Das Ehepaar Forster, Chris und Roxane Forster aus Wien, kam mittags am Flughafen Alicante an. Chris holte den Mietwagen und sie fuhren nach Las Palmaretes, etwa eine Autostunde nordöstlich der Stadt Alicante an der Cala d'Or. Die einheimischen Katalanen hatten der kleinen Siedlung den Spitznamen Manhattan verpaßt, weil sie großteils von Amerikanern besiedelt war. Das Haus Nr. 17 gehörte Artem Galobnikow, im Grundbuch stand natürlich ein Strohmann. Die Forster waren im Sommer aus Wien gekommen, Roxane Forster, 68, und ihr Mann Chris Forster, 50, Privatier. Frankie war mit allen Wassern gewaschen und an der Echtheit ihrer neuen Identitäten und Dokumente konnte niemand zweifeln. Chris Forster hatte ein Konto mit 250.000 Euro bei der Caixa Bank eröffnet, das sollte für einen schönen, langen Urlaub reichen .
Die Forsters paßten gut in die Siedlung, sie waren still und unauffällig. Hätte Chris in der ersten Woche keine Grillparty im großzügig angelegten Garten für die Nachbarn veranstaltet, hätte wohl niemand Notiz von den Neuen genommen. Einmal in der Woche fuhren die beiden nach San Joan d'Alacant, sie kamen voll beladen mit Vorräten für eine Woche in ihrem schmutzig-braunen Elektrowagen aus der Kleinstadt zurück.
Aus dem Pool auf der Rückseite des Hauses hatte er das Wasser ausgelassen und es abgedeckt. Direkt vor dem Haus war der Sandstrand. Natürlich war das kein Privatstrand, man war ja kein Onassis. Aber Chris badete und schwamm mehrmals am Tag im sauberen Wasser des Mittelmeeres. Nur wenige Nachbarn teilten die Begeisterung Chris's für das Mittelmeer, so war er meist allein und badete meist nackt. Roxane watete meist am späten Nachmittag bis zum Bauchnabel ins Wasser, denn um die Zeit hatte sich die Brandung in leichten Wellenschlag gewandelt und die kleinen Fischlein schwammen zu Roxane, um an ihrer Haut und Muschi zu knabbern. Sie kicherte, weil die kleinen Mäuler ihre Muschi so geil kitzelten und sie erschauerte in unschuldiger Geilheit. Chris, der so gerne am Gasgrill hantierte, zauberte mittags Sandwiches mit Gebratenem und Abends immer eine üppige Mahlzeit. Er kochte und grillte so gerne und machte es auch wirklich gut, Roxane sorgte nur für den starken Morgenkaffee mit Croissants sowie für den großen Thermostank mit eiskalter Limonade für untertags. Wein tranken sie nur abends.
Frank Halter hatte die Geschäfte seines Vaters Artem und später auch seine eigenen in die Hände guter Lieutenants gelegt, als er verhaftet und eingesperrt wurde. Er hatte Zeit genug, seine Angelegenheiten zu ordnen. In den Jahren der Haft hatte er nur wenig Kontakt zu den Lieutenants und hatte nach seiner Freilassung überhaupt keine Zeit und, ehrlich gesagt, auch wenig Lust. Er war auf dem Kriegspfad, hochkonzentriert und vorausschauend. Er hatte seine Mutter heimlich aus der Haft geschafft. Er mußte grinsen. Es war ein kleines Meisterstück, sorgfältig geplant und nervenstark ausgeführt. Er versteckte seine Mutter im Gewerkschaftshotel am Semmering und führte die Charade als Dr. Aaron Weißmann fünf Wochen lang fort. Es war prickelnd, sich mit der guten Kerzendocht noch über einen Monat lang auf dem Anwaltstisch zu amüsieren. Im Grauen Haus, dem Gefängnis, vor den Augen der Justiz. Ein Mordsspaß war das!
Abends saßen die Forsters vor dem Haus und betrachteten den Sonnenuntergang, der in diesem Winkel der Welt besonders schön anzusehen war. "Deine Großmutter, die Jessipowa, war ein wirkliches Dreckstück. Sie hat meinen armen Artem völlig ruiniert und verdorben, Chris." Sie sprach ihn immer mit dem neuen Namen an, zur Sicherheit. Sie ließ die vergilbten Blätter mit Artems Lebensbericht sinken. "Ich fand es von Anfang an bedrückend, daß du als Mittelnamen den deines Großvaters führst. Der Jessipow war kein guter Mann, er war ein Säufer, Zuhälter, Schläger und Mörder. Du hast immer behauptet, daß es dir etwas bedeutet, den Stamm zu kennen, von wo du kommst. Nein, Chris, du bist meinen Lenden entsprungen, und du hast nichts vom Jessipow. Gar nichts."
Chris stellte sein Glas Ratafia, einem lokalen Kräuterschnaps, auf das Tischchen. "Wir werden uns in diesem Punkt nie einig werden, Roxane. Ich bin der Sohn des Artem, dem Sohn des Jessipow. Das gehört einfach zu mir. Ich bin kein Sohn von Niemand, dem Sohn eines Niemandes. Du warst damals ein sehr begehrtes Weib, hättest den Samen von jedermann empfangen können, aber Artem ist wirklich mein Vater." Roxane seufzte tief. "Ja, Ich war die Hure des Artem, viele Jahre lang, er wollte es so. Das habe ich dir nie verheimlicht. Und natürlich bist du Artems leiblicher Sohn und kein Bastard meiner sexuellen Abenteuer. Ich kannte Mittel und Wege, dich nur vom Artem zu empfangen." Sie starrten beide auf den kleinen Wellenschlag gegen den Sandstrand.
Roxane legte Artems Lebensbeichte auf das Tischchen und nahm ihr Glas Rosé in die Hand. "Chris, ich habe dich nie nach Frankie's Plänen gefragt und ich will ehrlich gesagt auch nichts genaues wissen, die Polizistin würde es mir doch wieder nur herausprügeln. Aber ich habe nie verstanden, warum du das Theater in meinem Gefängnis solange fortgesetzt hast. Du hast die arme Rachel völlig ruiniert, du hast sie zu einem Flittchen gemacht. Ich telefoniere jede Woche mit ihr. Wir waren einmal Freundinnen, aber ich bin niedergeschlagen und sehr traurig, daß sie nun ein Flittchen ist, das in jedermanns Arme sinkt."
Chris drehte sein Schnapsglas in der Hand. Er dachte nach. "Ich kann dir zwei Dinge zum Wieso und Warum nennen, Roxane, aber ich weiß nicht, ob dir das hilft. Nun, erstens war es ein Spiel mit der Polizei. Stell dir nur mal das Gesicht von Präsident Johannes Wallner vor. Wie ihm die Augen fast aus dem Kopf fallen, als er meinen Trick, meinen Austausch bemerkt. Mir sein blödes Staunen vorzustellen, das ist großes Kino, Roxane. Ganz großes Kino. Zweitens, ich muß gestehen, die Rachel Kerzendocht war deine Freundin, aber ich hielt nicht viel von ihr. Dieses bigotte Getue, diese himmelerweichende Fürsorge für den kranken Kerzendocht, das hat mich immer abgestoßen. Aber mit kürzeren Haaren und der Gefängniskluft war sie die perfekte Doppelgängerin. Ja, ich habe sie sexuell nur benutzt, das streite ich gar nicht ab. Einerseits war sie eine kleine unscheinbare Maus, wie halt die meisten braven Jüdinnen sind. Sie war sich damals gar nicht bewusst, daß sie einen herrlichen, hungrigen Körper hat, mit allem drum und dran. Aber ich spürte es schon beim ersten Mal, in Rachel schlummerte ein sexuell unterdrückter Vulkan. Ich tat mein Bestes, um diesen Vulkan ans Tageslicht zu bringen und ausbrechen zu lassen, mit all seiner Kraft. Das ist mir gelungen, und ich hatte eine Menge Spaß mit ihrem geilen Leib. Auch das streite ich nicht ab. So bin ich nun, Roxane, du weißt es besser als jede andere."
In Roxanes Augen glitzerten Tränen. "Sie war so lieb, so keusch, so unschuldig. Und du hast sie ruiniert, verdorben für immer. Nur so, zum Spaß. Du merkst gar nicht, was für einer du geworden bist, Chris. Rachel war nur ein Kissen für dich, ihr Wesen, ihr Charakter hat dich nicht im Geringsten angesprochen oder gar interessiert. Ich bin traurig, Chris, traurig wie schon lange nicht." Sie wischte die Tränen ärgerlich weg. "Und jetzt ist die Sarah dein Opfer, du schleichst dich wie ein hungriger Tiger an sie heran. Sie ist jung und sehr hübsch, zugegeben, noch nicht lange verheiratet, und du wirst sie überfahren wie eine Dampfwalze." Frankie's Kopf zuckte hoch. "Roxane, ich bin nicht der Tiger, beileibe nicht. Sarah ist mir auf den Fersen und ich bin zurückhaltend, eben weil sie so rein und treu ist. Aber sie ist es, die mich hetzt." Chris trank einen tüchtigen Schluck Schnaps. "Roxane, ich gehöre dir, dir ganz allein. Wir lieben uns jede Nacht, weil wir eine einzigartige Beziehung haben. Eine Beziehung, stärker als ein Techtelmechtel mit einem Küken aus Long Island." Chris beugte sich vor und umarmte sie. "Roxane, ich will ja bei dir sein, ein Leben lang. Bis zum letzten Atemzug." Roxane liebte seine Art, sie zu umarmen. Sie liebte es seit seiner Geburt.
Chris hatte die Wahrheit gesagt. Das Techtelmechtel hatte nicht er angefangen, das tat Sarah Stein aus Long Island. Sie hatte einen Liegestuhl aufgestellt und beobachtete Chris beim Schwimmen im Meer. Sie hatte nichts mit ihm vor, sie hatte einen dezenten Bikini gewählt, denn sie war eine scheue und treue Ehefrau. Sie war in beengten Verhältnissen in der Bronx aufgewachsen, trat zum Judentum über, als sie den alten Herrn Stein heiratete, der leider kein feuriger Liebhaber war und vor allem die Börse im Kopf hatte, in die er jeden Morgen mit dem Commuter fuhr, wo er als Händler arbeitete. Sie verwöhnte ihren Gemahl zwar nur mit ihrem Mund, sie blickte jedoch weder links noch rechts. Eine Affäre würde ihr Prinzessinnenleben mit einem Schlag zerstören. Da kannte Stein keine Nachsicht, Scheidebrief samt Unterschrift lagen sicher schon wohl vorbereitet in einer Schublade oder in seinem Safe. Nein, Sarah war nicht so eine, sie schaute nicht links oder rechts, sie schaute nur geradeaus. Wo der nackte Chris schwamm und mit kräftigen Armen die Fluten teilte.
Sarah ließ einen anerkennenden Pfiff hören, als Chris nackt an Land kam. "Adonis, Dionysos und der Faun in einem Körper, Chris. Es müssen die Göttinnen gewesen sein, die dich so gut bestückt haben." Chris lachte leicht verlegen und kam näher. "Du bist die Sarah Stein, nicht wahr?" plapperte er, um den Faden aufzunehmen. "Ich weiß leider nicht, von welchen drei Kerlen du da sprichst, Sarah. Ich hoffe, anständige Leute und keine Gangster." Sarah lächelte milde. "Ach Quatsch, Leute aus der antiken griechischen Mythologie, ein Steckenpferd von mir." Chris nickte und setzte sich ihr gegenüber in den Sand. Noch war es ihm gleichgültig, daß sie heimlich Blicke auf sein Gemächt warf. "Antike griechische Dinges, ja, klar. Davon hat man in meiner Schule kein Wort gesagt oder ich habe einfach geschlafen. Oder auch beides, wenn du willst. Götter und Göttinnen? Keine Schlägerei, kein Mord und Totschlag? Keine action?"
Sarah lachte hell auf. Noch ahnte sie nicht, daß sie schon am Haken hing. "Mord und Totschlag, action? Jede Menge, Chris, jede Menge! Friedlich wurde es erst, als alle Götter und Göttinnen am Schluß tot waren. Es war still, totenstill. Dann erhoben die Menschen ihre Stimme, brüllten ihr Kampfgeschrei, denn sie fühlten sich nun wie Götter. Und schlugen einander die Köpfe ein. Also nein, die antike Mythologie ist spannender als jeder Rambo-Film, mein Lieber!" Sarah wies mit dem Kinn auf sein Ding. "Ist es ein Fluch oder ein Segen?" Chris blinzelte zwei Takte lang. "Beschwerdebriefe lese ich nie, ich werfe sie gleich weg. Er ist nichts Besonderes. Ein treuer Gefährte, ich kann nicht klagen." Sein Grinsen war schlichtweg frech. Richtig frech. Sarah sah zu Boden. "Ich bin erst seit kurzem verheiratet, noch kein Jahr. Und der Gefährte meines Mannes ist wesentlich bescheidener und faul, mundfaul sozusagen." Sie kicherte über die Zweideutigkeit. "Mundfaul. Faul in meinem Mund." Sie schlug die Hand vor den Mund. "Ich wollte nicht indiskret sein, Chris. Es ist mir einfach herausgerutscht. Ja, er rutscht mir manchmal aus dem Mund." fügt sie zweideutig kichernd hinzu. Jetzt errötete sie tief, die Röte zog von ihren Wangen und Ohren bis zum Bikinioberteil.
Chris verdrehte seine Augen und grinste schon wieder. "Mag wohl nicht genauso in der Bibel stehen, aber es heißt doch, jeder dient dem Herrn auf seine Weise." Er blickte sie neugierig an. "Du dienst deinem Herrn mit dem Mund, das ist sehr löblich für uns Christenmenschen, vielleicht auch für euch Sabbatschüler. Soll ich es so verstehen, daß du noch Jungfrau bist, Sarah?" Sarah spreizte zehn Finger in Entrüstung. "Aber Quatsch, Chris. Mein Stiefbruder... " sie hielt inne. "Egal, ich bin definitiv keine Jungfrau mehr, mein Herr!" Ihre gespielte Entrüstung brachte sie beide zum Lachen. Sie wurde wieder ernst. "Es liegt irgendwie an dir, Chris, daß ich dir meine Schlafzimmergeheimnisse verrate wie ein dummes Schulmädchen. Mit 24 bin ich kein Schulmädchen nicht, definitiv. Fällt deine Frau immer noch auf deinen Charme herein, Chris?" Seine Augen glitten über das Meer und blieben an Sarah's Gesicht hängen. "Meine Frau? Sie ist in einer höheren Liga als ich, Sarah. Manchmal führe ich mich bei ihr auf wie ein 14-jähriger in der Pubertät."
Sie plauderten eine Stunde lang weiter. Mit roten Bäckchen erklärte sie ihm, was sie unter Fellatio verstand. Nein, Herr Stein hatte sie noch nie richtig in die Arme genommen wie ein Mann, seine Kompetenz reichte einfach nicht mehr so weit. Aber er wollte unbedingt ein Kind, einen Sohn, einen Stammhalter. "Wir trafen deshalb eine krause Vereinbarung. Derek, mein Stiefbruder, sollte der Samenspender sein. Natürlich habe ich meinem Mann nie gesagt, daß Derek mein Stiefbruder ist und wir es schon seit der Jugend tun. Derek mußte einen Vertrag unterzeichnen. Herr Stein erläuterte es ihm. "Sie verzichten auf alle Rechte aus der Vaterschaft. Sie erhalten 100 Dollar für jede Samenspende, großzügigerweise." Derek unterschrieb, und seitdem arbeiten wir fleißig am Stammhalter. Derek kommt 3 oder 4 Mal in der Woche, der liebe Kerl. Herr Stein sitzt mit saurem Gesichtsausdruck am Bettrand und zählt jede einzelne Samenspende mit. Derek nimmt die Scheine in Empfang und verschwindet leise, und ich beuge mich über den Schoß meines Gemahls. Du wirst mich wohl verachten, Chris, wie ich meine Würde opfere für den Sohn meines Mannes."
Chris hatte breit geschmunzelt, nun aber war er wieder ernst. "Wie käme ich dazu, dich oder deinen Mann zu verachten? Er hat eine salomonische Entscheidung getroffen, und nicht zu deinem Nachteil. Selbst wenn du Derek von Kindesbeinen an kennst und liebst, die Samenspende erfolgt doch auch zu deinem Vergnügen!" Sarah konnte ihm nicht in die Augen sehen. "Ja, da ist was dran. Ich jauchze und jubiliere bei jeder Samenspende, auch damit mein Mann richtig mitzählt. Ich bin sehr gerne bei der Sache, es geht mir ja wirklich nicht darum, Dereks Taschengeld aufzubessern." Chris stand auf, er wollte noch einmal ins Wasser. Sarah stand unschlüssig auf. Sie ließ den Bikini fallen und folgte ihm.
Hand in Hand wateten sie hinaus. Als ihnen das Wasser bis zur Hüfte reichte, nahm er sie. Sie hatte die Augen kugelrund aufgerissen, doch dann packte sie mit an, um ihn hineinzuzwängen. Sarah ließ sich nach hinten fallen, sie schwebte leicht und zierlich über dem Reich des Meeresgottes. Dieser, Poseidon, vollbrachte das Werk, stetig und kraftvoll, voller Würde. Als es vorbei war, richtete sie sich auf und umarmte Chris. "Der Herr Stein soll sich die 300 Dollar an den Hut stecken, " witzelte sie. Chris war nicht unzufrieden mit der Entwicklung. Natürlich würde er es Roxane nach dem Abendessen berichten, aber mit gutem, reinem Gewissen.
Er fand Roxane mit verweintem Gesicht und geröteten Augen vor. "Ich habe mit Rachel telefoniert. Wir haben gemeinsam geweint, denn sie war unsagbar traurig, daß sie dem Dr. Weißmann so wenig bedeutete. Jede Frau, selbst die niedrigste Gossenschwalbe, hat ihre Würde, die Leib und Seele zusammenhält. Und du hast auf ihrer Würde getrampelt, 6 Wochen lang. Sie kann es dir nicht vergeben, vor allem aber sich selbst nicht. Links und rechts von deinem Weg liegen gebrochene Frauenherzen, denn du kannst gar nicht anders, Chris."
Sie wurde wieder quicklebendig, als Chris ihr davon erzählte, wie die Sarah Stein ihn gehetzt und erlegt hatte. Ja, sie lachte hellauf, als er ihr das Gespräch über Fellatio und Sarah's verschiedene Variationen blumig und saftig erzählte. Chris schüttelte den Kopf, nein, der alte Herr hatte sie technisch gesehen noch nie genommen, er konnte es einfach nicht. Roxane lachte Tränen, weil Chris Sarah's Fellatio so intensiv und lebendig beschrieb, als wäre er daneben gesessen. Roxane klatschte sich auf die Schenkel beim Lachen. "Also, ich hätte mich mit dieser Darreichung der Lippen nie zufrieden gegeben, ich hätte ihn überfallen und mit Haut und Haar verschlungen!" Sie wischte sich die Lachtränen mit dem Handrücken ab. Aber Roxane blieb der Mund offen, als Chris von der seltsamen Abmachung erzählte."So ein durchtriebenes Luder, bei meiner Seel'! Läßt sich vom eigenen Bruder bedienen, während ihr Gemahl wie ein Häufchen Elend daneben sitzt und die Samenspenden zählt. 100 Dollar pro Schuß, sagtest du? Mein Junge, ich bin zu alt für diese Zeit, denn das hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben! Dieser Gedanke läßt mich altmodisch erscheinen, oh mein Gott! Ich wollte nie altmodisch sein, und schon gar nicht altmodisch erscheinen!"
Chris mußte sie schnell aufmuntern, also erzählte er, wie Poseidon das Mädchen wie Treibholz vor sich her trieb. Roxane grinste wieder. "Das erste Mal, daß der erlegte Hase den Tiger auffrißt!" Roxane bewunderte und beneidete das junge Mädchen. "Ach was, Roxane, die ist nichts Besonderes, nichts Aufregendes. Eine nette Abwechslung beim Schwimmen, weiter nichts." Roxane war sichtlich beruhigt. Ein bißchen Abwechslung gönnte sie ihrem Jungen. "Ich bin heilfroh, daß ich einen Sohn habe und keine Tochter. Mit so einem ausgekochten Luder hätte ich keine Freude gehabt. So eine Harpyie hätte mich schon längst ins Grab gebracht." Chris fragte, was eine Harpyie sei.
Die Nachrichten aus Wien brachten Chris dazu, eine Konferenzschaltung mit zwei der Lieutenants aufzunehmen. Natürlich verwendeten sie Codeworte für Polizei, Bestechungsgeld und alles. Falls wer lauschte. Gernot und Jan, der Pole, waren hörbar schlecht gelaunt. "Die Russen und die Asiaten setzen unsere Geschäfte mächtig unter Druck, Boss." Chris verbat sich diese Anrede, "wir drehen hier doch keinen Hollywood-Schinken. Und was die Konkurrenz anbelangt, seid kreativ. Angriff ist immer noch die beste Verteidigung. Ein paar Köpfe auf die Spieße stecken, dann ist 'a Ruh' im Karton'. Leute, ich sitze hier in Biarritz fest, da müßt ihr ohne mich zurechtkommen." "Biarritz?" fragten Gernot und Jan gleichzeitig. "Wir dachten, du wärst in Miami, Chef." Chris wollte schon aufbrausen, Chef sei er schon gar nicht, aber er besann sich eines Besseren. "Leute, ihr selbst seid jetzt die Chefs, vor allem du, Gernot. Ich werde es vor August oder September sicher nicht schaffen, zu euch zu stoßen. Also, nimmt die Zügel in die Hand und greift hart durch, ja?"
Gernot rang hörbar nach Luft. "August, September? Na gut, so ist es dann eben. Da ist noch was anderes, Chef. Jeden Tag kreuzt der eine oder andere Bulle auf, begrapscht unsere Mädels und fragt killermäßig nach dir. Sie werden immer frecher, immer fordernder. Unsere Geschichte, du hättest in Prag Geschäfte zu erledigen, glauben sie uns schon lange nicht mehr." Chris überlegte nur einen Augenblick. "Also gut, laßt euch verhören und bedrohen, es soll ja glaubwürdig rüberkommen. Und dann flüstert unter vorgehaltener Hand, ich würde mich von meinen Schußwunden in Miami, Biarritz oder wo auch immer erholen. Tischt ihnen eine schöne Schießerei auf, laßt mich bluten und davonhumpeln. Ich brauche Ruhe, Sonne und eine fesche Krankenschwester. Okay? Ja, ja, das wird schon klappen."
Jan, der Schweigsame, ließ sich hören. "Chef, die Bullen suchen dich unnachgiebig, hat Gernot schon betont. Sie behaupten, du hättest ein Dutzend Weiber gekillt. Ein Dutzend, ja. Ist da etwas dran, Chef?" Chris rückte auf der Parkbank hin und her. "Jan, sei doch bitte kein Idiot. Ich kaufe Frauen, ich verkaufe sie weiter und wenn sie hübsch sind, nehme ich sie mir. Ich, die Weiber killen? Wozu soll das gut sein, was hätte ich davon?" Chris wartete, ob seine Argumente wirkten. Jan sprach nach einer Weile weiter. "Die Bullen gehen mit der Story von Haus zu Haus, das ist nicht mehr zum Lachen, Chef. Unsere Mädels sind völlig durcheinander von all dem Bullengeschwätz. Sie haben Angst vor dir, eine andere Art von Angst als sonst, Chef. Sie lesen auch Zeitung und da gibt's einige nicht aufgeklärte Frauenmorde, neulich." Chris mußte tiefer in die Trickkiste greifen. "Ja, da gibt's eine Polizistin, klein und bissig wie ein Terrier. Sie steckt hinter alldem, sie hetzt die Bullen auf euch." Jan schnaufte. "Ja, stimmt, die ist ständig bei uns, eine ganz wilde Ische, Chef!" Chris gewann Oberwasser. "Sie gibt mir die Schuld, daß sie bei unserem kleinen Techtelmechtel nicht auf ihre Kosten gekommen ist. Ganz und gar nicht. Sie hat mich mit den gemeinsten jiddischen Kraftausdrücken beworfen und mir geschworen, ich würde es noch bereuen, daß meine Mutter mich geboren hat." Er wartete gespannt, ob die Saat aufging. Er hörte, wie Gernot zu Jan sagte, "Da wird die Sache rund. Ein frigides Weib ist ebenso grimmig wie ein verschmähtes Weib. Das erklärt so manches, Jan." Gernot nahm das Mikrofon wieder. "Chef, wir haben verstanden. Die Bullen werden wir schon wo hinschicken, vielleicht nach Vientiane oder Bangkok, dort sind die Nester mit den hübschesten Krankenschwestern."
Zwei Stunden später saß Chris im Sand, Sarah lag nach dem vierten Kopulieren dieses Tages quer über seinem Schoß. Chris ließ das Gespräch mit Gernot und Jan nicht los. Der Hofstätter und seine Bande waren immer noch auf seiner Fährte. Er blickte sich um, Las Palmaretes und Manhattan waren ruhig und beschaulich wie eh und je. Sarah kam täglich zum Schwimmen, das war zwar sehr nett, aber hatte sie nicht schon längst einen Verdacht, daß die Forsters unecht waren? Daß ihre Unauffälligkeit nur Tarnung war? Er mußte eine Entscheidung fällen, vielleicht den Urlaub sogar abbrechen?
Roxane sagte zunächst nichts, als er beim abendlichen Drink die Sache zur Sprache brachte. "Habe ich noch Zeit, meinen Koffer zu packen?" fragte sie. Er sagte, 48 Stunden, man würde die Mittagsmaschine von Alicante nehmen. Wenn sie einverstanden sei, könne er gleich buchen. Roxane sagte, sie werde Rachel anrufen, die soll den Kühlschrank füllen, weil sie erst abends in Wien landeten. Chris sah sie perplex an. "Nein, Mutter, auf keinen Fall! Ein Bulle sitzt auf unserer Veranda, und wenn Rachel plötzlich auftaucht, sind wir geliefert. Rachel haben sie noch nie mit uns in Verbindung gebracht, und das ist auch besser so. Nein, bitte behalte alles für dich, verabschiede dich auch nicht von unseren Nachbarn hier. Wir steigen einfach ins Auto und sind fort. So ist es richtig." Roxane dachte nach und verdaute seine Worte. "Verstehe es vollumfänglich, Frankie. Wir segeln inkognito." Er nickte. "Die Forsters landen in Schwechat, ohne Empfangskommittee. Wir nehmen ein Taxi und verschwinden im Dunkel der Nacht, erst mal in ein Hotel. Ich werde auskundschaften, wann du wieder in unser Haus kannst. Anderntags sind die Bullen aber wieder da, dein Gestapo-Weib wird dich ordentlich in die Mangel nehmen. Ja, du warst mit mir in Spanien, aber du weißt nicht genau, in welchem Kaff. Trage nicht zu dick auf, erfinde keine langen Märchen. Sag ganz einfach, wie einfach und bescheiden wir hier gelebt haben. Sie werden alles nachkontrollieren und da werden sie auch unsere Spuren finden. Scheiß drauf, Manhattan wird uns nie mehr wiedersehen. Nimm bitte keine Souvenirs mit, sie werden dein Gepäck durchwühlen, wie die Schweine. Deine Fotos werde ich auf die Festplatte überspielen, und du kriegst sie wieder, wenn der Staub sich gelegt hat. Roxane, der Urlaub geht Morgen zu Ende. Schön war's, wir hatten einander für ein paar ruhige Monate. Aber übermorgen geht's wieder in den Alltag, den Alltag voller Bullen. Wie vorher. "
"Ich liebe dich sehr, Roxane, und diese Liebe gehört uns, nur uns allein."
Roxane sah ihn dankbar an. "Und was mache ich dann mit Rachel?" Frankie sah sie ganz ernst an. "Mutter, sie ist deine Freundin, das habe ich damals nicht richtig kapiert. Wenn wir wieder daheim sind, laß sie bei uns übernachten. Ich verspreche dir, ich werde ihr ihre Würde zurückgeben, Stück für Stück, jede Nacht, in Raten. Jetzt, wo ich weiß, wie sehr sie dir am Herzen liegt." Roxane nickte mit halb geschlossenen Augen. "Okay, ich verstehe. Ja, vielleicht kannst du das Unheil wieder gerade biegen. Sie wird in deinen Armen dahinschmelzen, da bin ich mir klar darüber. Ich lege dir nichts in den Weg, ich weiß wie charmant du bist, wenn du es willst. Aber erwarte nichts von mir, ich werde meine Freundin nicht anfassen. Du weißt, daß ich es nicht drauf habe. Oder - vielleicht doch!?" Roxane war ganz durch den Wind, sie hatte zum ersten Mal diese frivolen, obszönen Bilder im Kopf. "Ich weiß nicht, ich habe noch nie darüber nachgedacht. Rachel ist 15 Jahre jünger als ich, kaum etwas über 50. Ich schrecke ein wenig zurück, ihre Freundschaft ist mir wichtiger als der flüchtige Moment." Roxane verfiel in dumpfes Grübeln. Nur, wenn Artem es ausdrücklich anordnete, hatte sie die eine oder andere Frau umarmt, zahlreiche sogar. Aber es war ihr immer wesensfremd geblieben.
Der Gedanke an Rachel ließ sie in dieser Nacht nicht mehr los. Natürlich hatte sie Rachel oft nackt gesehen, mit zitternden Fingern über ihre Haut gestrichen. Und natürlich hatte sie Rachel immer wieder gesagt, sie hätte einen wunderschönen Körper mit mächtig viel Sex-Appeal. Doch Rachel hatte nur verlegen gelacht und Roxane an ihren empfindlichen Nippeln lutschen lassen. Aber niemals machten sie es richtig, sie waren viel zu verlegen dafür.
Die Freundschaft zu Rachel war wirklich etwas besonderes, spezielles. Rachel hatte sie einmal gefragt, ob sie ihr beim Waschen des halb gelähmten Kerzendocht behilflich wäre. Der Kerzendocht war fast ganz blind und inzwischen fast ganz gelähmt. Der alte Mann war erst 51 und damit jünger als seine Frau, aber er war seit zehn Jahren ans Bett gefesselt. Rachel hatte ihn während der ersten Jahre geritten oder es ihm mit dem Mund gemacht, doch er wollte Abwechslung. Rachel war damit einverstanden und besorgte ihm diese oder jene Nachbarin zum Reiten und das machte den armen Kerl jedesmal sehr glücklich. So standen sie nackt links und rechts von seinem Bett, entkleideten ihn und wuschen ihn sorgfältig. Rachel hatte es ihr überlassen, Kerzendochts Schwanz zu waschen und danach zu reiben, denn Roxane hatte einmal geseufzt, wie sehr sie Schwänze liebte.
Roxane war verwundert, daß Kerzendochts Schwanz kaum noch etwas Vorhaut hatte, so radikal war der alte Jude beschnitten worden. Rachel machte seinen Schwanz mit dem Mund feucht, denn Roxane hatte eine besondere Technik, rieb seinen Schwanz einerseits fest auf und ab, doch dabei umrundete ihr Daumen seine Eichel unablässig kreisförmig. Roxanes verwelkte Brüste zitterten bei der Anstrengung, mit der Roxane den Schwanz fest und gnadenlos rieb, wohl länger denn eine halbe Stunde lang. Sie keuchte, er wäre jetzt soweit und nun legte Rachel ihre Lippen um den Schwanz ihres Mannes, während Roxane ohne innezuhalten weiterrieb. Als der Schwanz verzweifelt zu zucken anfing, legte Rachel die Finger ihres Mannes auf Roxanes Möse und nahm seinen Schwanz ganz tief in ihren Mund. Der blinde Mann betastete die Möse der fremden Frau und sobald er den Kitzler gefunden hatte, spritzte er tief in Rachels Mund. Rachel schluckte natürlich alles, und Roxane rieb ihn hart weiter, bis er aufhörte zu spritzen. Roxane rieb den Schwanz beim Spritzen energisch weiter, ließ Rachel den Saft Strahl für Strahl trinken und schlucken und hörte erst auf, als es fertig war. Es war gute Teamarbeit.
Oft stammelte der Greis aber, "Rachel-Leben, die andere Frau soll mich bitte reiten!" Wenn er also schon ganz bereit war, schwang sich Roxane über ihn, stöpselte seinen Schwanz ein und ritt ihn heftig und erbarmungslos und ließ ihn hineinspritzen. Ein helles Leuchten breitete sich auf seinem Gesicht aus, denn er liebte es, in eine andere Vagina zu spritzen. Oft blieb er nach dem ersten Abspritzen steif und so mußte ihn Roxane ein zweites Mal reiten. Das zweite Mal dauerte immer sehr viel länger, aber Roxane hielt durch bis er wieder spritzte. Und Roxane hatte ihn im Laufe der Zeit wohl hunderte Male geritten und hineinspritzen lassen.
Anschließend lagen die beiden Frauen nackt nebeneinander, aber mehr als Rachels bombastische Brüste mit den Lippen zu liebkosen und ihre großen Zitzen zwischen die Lippen zu nehmen und zu beißen getraute sich Roxane nicht. Mit tellergroßen Augen schaute sie zu, wie Rachel fluchend und jauchzend ihren Kitzler von Höhepunkt zu Höhepunkt bearbeitete, bis sie ganz erschöpft war. - Nein, sie hätte die Freundin niemals intim angefaßt, niemals. Und sie würde auch niemals in ihrem Beisein masturbieren, das war völlig undenkbar.
Frankie umarmte sie ganz zart. "Mama, denk nicht zuviel darüber nach. Schaffe diesen Vulkan von Rachel einfach nur in unser Bett. Dann siehst du weiter. Ich habe deine Blicke gesehen, Mutter, wie du ihren Körper angesehen hast. Vielleicht liebst du doch das Spiel mit ihr und ihrem Körper. Sag jetzt nicht ja oder nein, sag nichts. Du wirst sicher das Richtige tun."
Chris packte ihr Gepäck in der nächsten Nacht in den Mietwagen. Am Morgen danach stiegen sie in das Auto und fuhren los.