Es mag vielleicht ein Gemeinplatz sein, aber es muß vorab festgehalten werden: dies ist eine fiktive Geschichte, es sind fiktive Personen und Ereignisse, die ich mir ausgedacht habe. Alle Ereignisse sind frei erfunden und keinesfalls real. Und befragen Sie nicht die Suchmaschinen, die Ergebnisse müssen falsch sein.
Manches wurde der realen Welt entnommen, es gibt die Roßauer Kaserne, das St. Georg Kolleg in Istanbul, eine türkische Gemeinde in Wien und natürlich Polizisten, Kriminalbeamte und Serienkiller. Tatsächlich. Auch Sir Winston Churchill, Konfuzius und SunTsu bemühte ich um einen Auftritt, obwohl die Gentlemen schon ziemlich tot, um nicht zu sagen, mausetot sind.
Nun, der Autor nimmt all das, das Reale und das Erfundene in seine Hände. Er schüttelt seine Hände sehr lange, um alles richtig gut durchzumischen. Dann kommt die entscheidende Phase, der Schöpfungsakt. Er läßt alles auf das leere Blatt Papier fallen und betrachtet es aufmerksam. Wie sind die Würfel gefallen? Wie laufen die Fäden von einem Punkt zum anderen?
Ach Nein, denkt er bei sich. Nichts paßt, keine Geschichte kommt aus seinen Händen. Nur der Anfang steht fest. Eine gute Geschichte beginnt richtigerweise in Istanbul, das wird mir klar. Obwohl, warum eigentlich? Ich war noch nie in dieser Stadt auf zwei Kontinenten und werde vermutlich auch nie dorthin fahren. Die Wahrheit ist viel trivialer. Ich träumte von einer Kriminalgeschichte, deren Protagonist seine Jugend dort zubrachte. So einfach ist es, mehr will ich nicht verraten.
Und noch etwas. Ich habe seit meiner Kindheit eine Abneigung gegen Menschen, die einen Krimi zu lesen anfangen, dann aber die letzten Seiten aufschlagen, um die Lösung zu finden. Das hat mich schon immer geärgert, denn wenn ich schon einen Krimi lese, dann überlasse ich es dem Autor, mich Schritt für Schritt zu leiten, ob in die Irre oder direkt, überlasse ich ihm oder ihr. Die Autoren werden sich Gedanken gemacht haben, wie sie die Geschichte entwickeln wollen. Blättern Sie getrost die letzten Seiten auf, das wird Ihnen nichts nützen.
Nun aber: Vorhang auf!
Wien, im März 2026
István Rudas