29.05.2026 - (Gold rush)

im Wasser
von István Rudas © 2026-

Nein, auch ich werde meine teuren Zeichen im Internet nicht mit dem Clown im Weißen Haus verschwenden.

Die Medien überschlagen sich: 5 von den vermuteten 7 illegalen Goldsuchern in Laos lebend gefunden! Immerhin, fünf siebtel. Nun, jetzt noch herausfinden, wie man die armen Kerle aus der engen Höhle herausbekommt, dann können sie wieder heim, zu ihren Liebsten. Ach, endlich einmal gute, positive Nachrichten, mal was ohne Raketen, Drohnen und vorgetäuschten Verhandlungen. Bravo!

Moment mal, Bravo!? - Einen Schluck Portwein später und ich frage mich, ob das wirklich so eine tolle Nachricht ist. Es ist doch eher eine Tragödie, oder? Sieben junge Männer, die in einer Höhle eingesperrt sind, weil sie illegal nach Gold gesucht haben. Das klingt nicht gerade nach einem Abenteuer, sondern eher nach einem Alptraum. Und jetzt feiern wir, dass fünf von ihnen gefunden wurden? Was ist mit den anderen zwei? Sind sie tot? Oder werden sie nie gefunden? Es ist doch traurig, dass Menschen ihr Leben riskieren müssen, um ein bisschen Geld zu verdienen. Vielleicht sollten wir uns mehr Sorgen um die Ursachen machen, die Menschen dazu bringen, solche Risiken einzugehen, anstatt uns über die Rettung von fünf von sieben zu freuen. Nein, ganz so einfach ist es nicht.

Richtig, erstens müssen wir uns alle schämen, daß Menschen in unterentwickelten Ländern unsagbare Risken eingehen müssen, um ihre Liebsten zu ernähren. Kein vernünftiger Mensch kriecht ohne Not in solch eine beschissene Höhle hinein. Der Begriff illegale Goldsucher hat hier eine ganz andere Bedeutung. - Nein, es ist was ganz anderes, wo mich der Schuh drückt.

Etwas, das sich allmählich in unserer Gesellschaft breit macht - "Gewinn kommt zu mir, Verluste trägt die Allgemeinheit."

  • Ich finde Gold: fein, wird eingesteckt.
  • Ich finde kein Gold: Pech gehabt, weiter geht's.
  • Ich werde dabei verschüttet: Die Allgemeinheit wird mich retten (müssen). Egal, was es sie kostet.

Das, liebe Leute, passiert ständig, wollen wir mal vom Goldsuchen wegkommen. Wie viele Start-ups, wie viele kleine oder große Politiker handeln danach? Der unerschöpflich tiefe Geldbeutel der Steuergelder wird immer wieder in solche Projekte investiert, ohne dass man sich wirklich Gedanken über die Konsequenzen macht. Und wenn's schief läuft, nun ja, es sind ja nur Steuergelder, also zerbrich dir nicht den Kopf, mein Kleines!

So etwa sehe ich das finanzielle Gebaren unseres Clowns. Er mach ja gar kein Geheimnis daraus, wie toll er seinen Geldbeutel und den der Seinen mit Gewinnen vollstopft, wenn der Gewinn zufällig vorbeizieht. Gewinnt er z.B. den Krieg, dann wird sein Konterfei die Goldmedaillen zieren. Verliert er, - und natürlich ohne seine eigene Schuld -, dann trägt das Budget die Verluste. Das Budget, das ist das Steuergeld seiner Untertanen.

Nein, das finde ich gar nicht lustig.

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Wien, im März 2026

István Rudas





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