Wie aber war ich heute erstaunt, ein eMail betreffend meinen Blog zu erhalten. Heureka! Das erste eMail für meinen Blog! Ich werde ihn einrahmen und an die Wand hängen. Dennoch, mein Vorsatz jugendfrei zu schreiben gerät hier an seine Grenzen.
Eine gewisse Frau Erika H., aus Favoriten (Anm.: Name geändert) schreibt, sie hätte "Papst Barcelona Sagrada Familia" gegoogelt und da stach mein Blogeintrag prominent hervor. Sie fände es ja ganz putzig, aber zwei Einwände müsse sie doch einbringen. Couchsurfing schreibt man Couch Surfing, und 'prallärschig' gäbe es laut Duden auch nicht. Stimmt, ich hatte unbedachter Weise 'pausbäckige, prallärschige Hausfrauen' erwähnt. Ich habe Frau Erika natürlich ausführlich und zustimmend geantwortet. Aber es kam nicht zur Ruhe — Sie kennen das sicher auch: man sagt "Ja-ja", um den Diskurs zu beenden, aber es rumort weiter wie ein quengelndes Kind. Wohlweislich habe ich keinerlei Reaktion auf das Wort 'putzig' gezeigt. Putzig!? Wirklich?
Nun, es gibt definitiv mehrere Schreibweisen für das Übernachten auf durchgesessenen Sofas; Couch-Surfing, Couch Surfing und couchsurfing, um nur die üblichsten Verdächtigen zu benennen. Natürlich nicht im bemängelten Fall, da waren es durchwegs stabile, solide Ehebetten spanischer/katalanischer Möbeltischler. Doch darüber schweige ich, wie vorgehabt. Ihnen sind die Möbeltischler vermutlich auch schnurz.
[Dieses Jahr scheine ich zu meinem Leidwesen mehr über Ärsche zu schreiben, als es eigentlich meinem hebephilen Naturell entspricht (es ging mit diesem unseligen Vorwort zu meinem letzten Krimi los: (im drittletzten Absatz nachzulesen) - wo ich genötigt war, >tschechische Ärsche und die Liebe zu diesen< ausführlich zu begründen.)]
Aber ich muß mich der Herausforderung stellen, liebe Frau Erika, da müssen wir einfach durch, also Augen zu und Gott befohlen! Nein, lesen Sie ruhig weiter, ich werde sicher nicht verraten, warum ich Barcelona damals als die wolllüstigste im Königreich Spanien empfand. Und ich werde es auch übergehen, daß ein Katalane sich nie als Spanier bekennt, dafür hat er/sie Gründe.
Das Problem liegt nicht bei mir, keineswegs. Selbst wenn das Wort 'prallärschig' noch nicht im Duden steht (das 'noch' keinesfalls irrtümlich), meinetwegen also eine Wortschöpfung, dieses Wort drückt jedoch exakt das aus, was ich meinte. Pausbäckige, prallärschige Hausfrauen: das sagt doch mehr als tausend Bilder! Sagen sie es laut, flüstern Sie es, hauchen Sie es mit geschlossenen Augen: jetzt sehen Sie es!
Man sieht es doch diesem chico lindo gleich an, daß der arme Bursch heimatlos ist, natürlich bietet man ihm eine Bleibe an. (Mexikanischstämmige Katalaninnen sagen eher cielito lindo, so sagen sie dort.) Natürlich blickt der unschuldige Bursche auf, wer ihn da anspricht. Ein wohlgefüllter, wobbelnder Vorbau und ein prall gefüllter Arsch, dazu einladend, ihn mit großen, behaarten Pratzen zu begreifen, das begriff ich still, ehrfürchtig. Schüchtern nickt also der Alpenländler, das angebotene Sofa wird wohl passen. Natürlich hat die pausbäckige, zart errötende Dame keine Hintergedanken, wo doch ihr Gatte die ganze Woche fernab weilt, im fernen Madrid (drüben, in Spanien). Pausbäckig, errötend den Atem anhaltend, mehr sage ich nicht.
Anderntags, beim Frühstücksplausch mit ihrer besten Freundin, kommt der Bursch zur Sprache. Nein, er kann nicht hierbleiben, was würden da die Nachbarn wohl sagen! So nimmt der Bursche, der eigentlich schon über die Autobahn pflügen sollte, dankbar den Zettel mit Carmen's Adresse und Telefonnummer entgegen. Natürlich auch Inez, Montserrat oder Meritxell, schön und melodisch über die Lippen perlende Namen.
Bin ich stur, überheblich, gar unbelehrbar? Ich bleibe bei meinem ersten Eindruck. Es waren definitiv pausbäckige Hausfrauen, prallärschige. Also, mit prallen Pobacken, die wie zum Angreifen geschaffen sind. Ob's dem Duden nun paßt oder nicht.
Und, liebe Frau Erika, ich bin rechtshändig — mich auf links umzutrimmen, wird wohl nicht frommen. Pralle Fakten sind des Rechtshänders stille Freude, selbst die mit Silikon verfälschten.
Ach, Sie wollen wissen, warum gerade 'prallärschig'? Nun, das Wort 'prall' drückt die Fülle und Rundung aus, während 'ärschig' den Fokus auf den Hintern legt. Es ist eine Kombination, die die Vorstellung von einem vollen, runden und einladenden Hinterteil vermittelt. Es ist eine bildhafte Sprache, die genau das ausdrückt, was ich meinte, und das ist es, was zählt. Pralle, runde Melonen, die nur darauf warten, daß du den rechten Weg findest, Alpenländler. Und immer auf dem rechten Weg zu bleiben, das hat man mich von klein auf so gelehrt.
Das habe ich der lieben Frau Erika natürlich nicht wörtlich geschrieben, das hier ist nicht meine Antwort an sie, die ich mit ihr geteilt habe, aber ich wollte es auch hier festhalten, damit alle Leserinnen und Leser verstehen, warum ich diese Wortwahl getroffen habe. Es geht nicht darum, ob es im Duden steht oder nicht oder noch nicht, sondern darum, dass es die richtige Beschreibung für das ist, was ich ausdrücken wollte.
Und das ist es, was zählt.
P.S: Ich hoffe, Frau Erika, Sie nehmen es mir nicht übel, dass ich Ihre Kritik hier öffentlich bespreche. Ich schätze Ihre Meinung und Ihren Input sehr, und ich hoffe, dass wir weiterhin eine respektvolle und konstruktive Diskussion führen können.
Aber mir rotzfrech in die Fresse zu lügen, das kann und will ich nicht stehen lassen. Technisch gesehen konnten Sie meinen Beitrag nie und nimmer gegoogelt haben. Die crawler, die Googles Suchmaschinen füttern, können meine Beiträge nicht finden, denn ein schlaues Kerlchen wie ich läßt seine Seiten via PHP "on the fly" generieren, das heißt, die Inhalte werden erst dann erstellt, wenn jemand die Seite aufruft. Das bedeutet, dass es keine statischen HTML-Seiten gibt, die von Suchmaschinen gecrawlt und indexiert werden können. Es ist also technisch unmöglich, dass Sie meinen Beitrag gegoogelt haben. Nicht mit mir! Ich finde es schade, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, dies zu überprüfen, bevor Sie Ihre Kritik geäußert haben. Es wäre schön gewesen, wenn Sie sich die Zeit genommen hätten, um die Fakten zu überprüfen, bevor Sie eine solche Aussage gemacht haben. Aber nun gut, ich hoffe, dass wir trotzdem weiterhin eine respektvolle Diskussion führen können.
Wien, im Juni 2026
István Rudas
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