Die Schalmeienklänge meines Weckers wie höllische Fanfaren. Verdammt, nur 5 Minuten noch, sei gnädig! Laß mich den schönen Traum abschließen ...
Bin gerade am Flughafen angekommen, aus London. Vielleicht hatte einer in der Filmproduktion den Mund nicht halten können, der Buckingham Palace also rief dringlich an, verzweifelt. Ob ich mein Drehbuch nicht verschwinden lassen könne? Die Filmproduktion dachte über einen marktschreierischen Titel nach, "Diane - das Rasseweib" oder so. Ich ließ mich standesgemäß bitten. Nein, Geld wollte ich nicht, habe selbst welches. Ich ließ es mir aus der Nase ziehen, ja — die Ritterschaft, das wäre geil. Das Fräulein im Buckingham P. dreht Pirouetten. "Oh, yes," flötet sie, "das kostet den König kein Geld, das ließe sich einrichten. Kommen Sie gleich mal vorbei, wir feiern des Königs Geburtstag, "Trouping the Colours" und der König könnte mich zum MBE ernennen. Also, MBE - Member of the Order of the British Empire, das wäre schon was, vielleicht heißt es ja aber "Master Buffoon of the Empire".
Ich hatte ja schon mal die Ehre, von einem König geehrt zu werden, aber das war in Schweden, da gab es nur eine Stufe, die "Medaille für Verdienste um das Königreich Schweden", die ich 2017 bekommen habe. Das war schon eine große Ehre, aber jetzt könnte ich vielleicht sogar Ritter werden! Das wäre wirklich fantastisch. Ich bin gespannt, was sie mir sagen werden, wenn ich dort ankomme. Vielleicht werde ich ja tatsächlich zum MBE ernannt, das wäre wirklich eine tolle Auszeichnung.
Der Händedruck des Königs ist warm und herzlich. Ich kann verstehen, daß man ihn auch wegen seines natürlichen Charmes mag. Ich sage, "Grüß Gott, Majesty," und er antwortet, "Howdy, old champ" Ich nehme es zu wörtlich - ja, ich bin ein paar Wochen älter als der König. Das "Happy birthday" kommt jetzt, obwohl er erst im Herbst wirklich Geburtstag hat. Schweigend neige ich den Kopf, als mir die Königin die Fingerspitzen zum Handkuß hinhält. Handkuß ist old fashioned, unterdrücke ich gerade. Nein, über diese Königin wird's kein Drehbuch geben, zumindest kein erotisches.
Trouping the Colours ist eine prächtige Parade, das muß man den Briten lassen. Und
Schalmeienklänge meines Weckers. Also gut, ich reiße mich von der Parade los und öffne die Augen. Will mir nicht den Tadel meines Weckers zuziehen, in dieser Sache ist er der Chef.
Dieser Beitrag ist eine Realsatire, also nerven Sie nicht!
Wien, im Juni 2026
István Rudas, MBE
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