14.06.2026 (Wahltag)

im Wasser
von István Rudas © 2026-

Heute könnte der spannendste Tag des Monats werden.

Endlich, endlich greift das Gesetz in den Clown States. Der Name des Clowns, rotzfrech auf die Fassade John Fitzgerald Kennedy Centers hingeklatscht - natürlich VOR den Namen dieses Kriegshelden und Präsidenten hingeklatscht - sein Name wurde also auf Gerichtsbeschluß hin wieder weggeklatscht — so eine Namensänderung darf nur der Kongress veranlassen. Das klatschte ordentlich in die Fresse des Clowns, meine Herren! (Es darf geklatscht werden.)

Und damit nicht genug. Des Clowns Lieblingstöchterl und ihr blasser, sprachloser Ehemann Jared Kushner wollten in einem Naturschutzgebiet Albaniens hochpreisige Hotels, Villen und Sonstiges errichten. Im Naturschutzgebiet, wirklich? Undenkbar ohne Schmierung unterhand. (Developers machen das so.) Doch das stolze albanische Volk hatte die Ketten der kommunistischen Diktatur nicht dafür gesprengt, daß ihr naturgeschützter Landstrich von amerikanischen Developern zubetoniert würde. Ja, hunderttausende protestieren in den Straßen, sie können weder hochpreisige Hotels noch Villen im Naturschutzgebiet gebrauchen. Und die Honoratioren stehen vor einem Rätsel - verdammt, wie zahlt man Schmiergeld denn zurück!? Und - muß man das? (Im Wort Honoratioren versteckt sich auch Honorar, dies für meine kleinen, schlauen Leser.)

Doch dieser Tag ist noch nicht um. Der Clown ließ hinter dem Weißen Haus eine protzige Bühne errichten, wo an diesem seinem 80. Geburtstag finster dreinblickende Mixed-Martial-Arts-Darsteller sich showhalber die Fresse im Käfig polieren sollen. Kein Witz. (Und zur Klarstellung, wenn so ein Schauspieler zu blöde ist, um Hamlet oder King Lear zu mimen, dann bleibt ihm ja nichts anderes als der Faustkampf. Ich kenne mich da aus, ich habe als 11-jähriger den Patroklos gemimt, in flüssigem Alt-Griechisch. Kein Faustkampf, sondern der Kampf mit einem melodisch wohklingenden Text in einer mir unverständlichen Sprache. Ich stelle mich oft solchen aussichtslos erscheinenden Herausforderungen, die würzen den Alltag.) Doch zurück zum Clown. Natürlich haben aufrechte Amerikaner Klage eingereicht, doch Gottes Mühlen wie auch die Gerichte mahlen langsam. — Ich werde mir diesen Scheiß beigott nicht angucken, oder was meinen Sie? Würde unser hochverehrter Herr Bundespräsident ein Bierzelt auf dem Heldenplatz errichten, um an seinem Geburtstag dort die Staatsmeisterschaft im Jodeln und Schuhplatteln austragen zu lassen!?

Ich aber werde aus einem ganz anderen Grund ganztags vor dem Bildschirm hocken. Die Schweizer Bürger und -innen entscheiden heute, ob sie die Bevölkerungszahl der Schweiz mit 10 Millionen begrenzen wollen. Klingt eher seltsam, diese Initiative von Rechts. Die Schweiz hat aktuell eine Bevölkerung von 9,2 Millionen, aber nur etwa 6 Millionen haben Schweizer Wurzeln. Drei Millionen Fremdlandgeborene, oh welch' Gefahr! Erinnert uns das nicht frappant an die "Volksverjudung" der 1930-er Jahre in Nazideutschland? — Wenn ich wetten sollte, ich würde auf ein sattes NEIN setzen. Die Schweizer haben doch keinen an der Waffel! Ich habe lange genug bei ihnen gelebt, um sie halbwegs zu kennen.

Sie werden sich nicht verarschen lassen.

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Wien, im Juni 2026

István Rudas





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