Dicke Luft auf dem Schulhof.
Der Clown und der Migrantenjunge tögelten sich nun seit Wochen. Unflätig, gnadenlos. Sie schrien sich an; der Clown schrie, er werde die ganze Familie ausrotten, seine Mutter schänden und selbst den Hund vergiften. - Nein, so konnte es nicht weitergehen, die Arme des Clowns wurden müde und schlapp.
Die Lehrerschaft mischte sich nicht ein, es war ja hoffnungslos.
Der Clown schlug vor, Frieden zu machen. Der Junge sah ihn berechnend an, — ja, aber zu welchen Konditionen?
"Du hast den Lieferanteneingang zu unserem Lebensmittelladen mit einer Parkbank verbarrikadiert, rief der Clown entrüstet. Die ganze Schule leidet darunter, Lehrer und Schüler können keine Semmeln und keine Milch kaufen, du erpresserischer Schuft!"
Der Junge grinste schief. "Works as designed."
Der Clown lenkte ein, er werde die Familie des Jungen nicht ausrotten, den Hund nicht vergiften und die Mutter auch nicht schänden. Sie sei sowieso recht häßlich, schob der Clown säuerlich nach.
Der Junge lenkte ebenfalls ein wenig ein. "Ich werde die Barrikade entfernen, aber die Lieferanten müssen mir eine Münze entrichten, als Parkgebühr, sozusagen."
Dem Clown fiel nichts mehr ein. "Einmal Erpresser, immer Erpresser!"
"Und du gibst mir mein Taschengeld zurück, das du konfisziert hast, Ungläubiger!" zischte der Junge.
Der Clown nickte, "wenn du die Bedingungen restlos erfüllt hast."
Es hatte den Anschein, daß nun Ruhe im Karton war. Sie reichten sich nicht die Hand, obwohl der Clown dazu drängte. Er hatte ja gesiegt, ganz sicher sogar, er wollte den Handschlag unbedingt. Der Junge lehnte hochmütig ab. Er hatte den fetten Clown in die Knie gezwungen, das war schlichtweg wahr. So sehen Sieger aus.
Die Spatzen pickten weiterhin eifrig die Körnchen vom Boden auf. Einige schüttelten das Köpfchen — wie doof doch diese Zweibeiner waren!
Wien, im Juni 2026
István Rudas
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