16.07.2026(Ausreden)

im Wasser
von István Rudas © 2026-

Ich sollte eigentlich empört sein. Der Betreiber der in Genua eingestürzten Brücke muß in den Häfen, der Clown aber, der ein ganzes Land mit 50 Staaten (Grönland ist da noch nicht mit dabei) abstürzen läßt und wohl auch andere Teile unserer Welt, der fliegt frech umher, läßt sich in seinem floridianischen Daheim den Ring (aber nicht den Arsch) küssen.

Die Rote Karte, über die unser Clown mit dem FIFA-Präsidenten Johnny Infantino geplaudert hatte, führte zu wenig; nein, es ging nicht um die Rote Karte, die ein kluger Mensch (m/w) dem Clown schon lange hätte zeigen sollen/müssen. Die wird ihm wohl der Gevatter Tod zeigen, fürwahr.

Und auch du solltest empört sein, daß ich volle 12 Tage nichts im Blog verfaßte. Aber ich habe zwei Ausreden parat - eine fadenscheinige und eine böse. Erstmal die fadenscheinige: Ich hätte einen Schulkameraden, den ich sechzig (60) Jahre nicht gesehen habe - er mich auch nicht, erstaunlicherweise - zu einem Abendessen treffen wollen und sollen. Also dieser jenige wurde von einem Tsunami aka. Wasserrohrbruch heimgesucht, so daß unser Essen zwar nicht ins Wasser fiel (Wortspiel?), aber doch um eine Stunde verschoben: (jetzt kommt's) und ich hatte nichts besseres zu tun, als díe Wartezeit bei einem (?einem?) Glas Bier auszusitzen. Wegen des Katers konnte ich also keinen Beitrag für meinen Blog verfassen, zu deinem Glück, liebe Leserin und lieber ebensolcher.

Und nun zum Ernst. (Nein, du bist nicht gemeint, Ernsti). Einer meiner wenigen jungen Freunde, den ich mehrmals im Jahr treffe und mit dem ich fallweise online-chattend programmiere, also ebendieser liegt seit nunmehr 4 Wochen im Koma im Spital. Er sollte eigentlich nur aufwachen, der Kerl, das tue ich jeden Morgen, - und ich bin 20 Jahre älter als er!

Nein, das hat mich sehr bedrückt und ich vertagte den Blog Tag für Tag. Ja, nahm ich mir vor, wenn er aufgewacht ist und wir wenigstens am Telefon blödeln könnten, ja dann würde ich wieder fleißig bloggen, versteht sich. Doch der Kerl macht Urlaub im Koma. Wenigstens raucht er in dieser Zeit nicht; selbst im beschissensten Akt gibt es eine kleine versteckte humoristische Szene. Sagt der Theatermann, also ich.

Es gibt noch einen Grund für mein Schweigen, daran hat Microsoft schuld, aber wie! Anfang dieses Jahres hat ein vermutlich schlaues Kerlchen meine mail-Adresse gekapert, jene, mit der ich bei Microsoft Kunde bin oder wäre. Weniger schlau war aber, daß er das Internet mit Spam unter meinem Namen geschwängert hat, und Microsoft SPERRTE mich auf Lebenszeit. So lange wollte ich aber nicht warten, ich verkleidete mich als Fräulein X.Y. (Name geändert) und war nun eine makellose - Neukundin. Klug, gescheit und fast schon genial. Nur das ungemein beschissene TEAMS wollte meine Geschlechtsumwandlung nicht so einfach akzeptieren, all meine Kontakte nahm man mir. Kein niemand mehr da. Also Hinz und Kunz angerufen und TEAMS wieder auf Vordermann (m/w) gebracht. Ha, eine fehlte noch, eine sehr Wichtige: sie hielt mich schon als Baby in ihren Armen. Über ihr Alter will ich absolut nicht reden, aber sie hatte große Probleme mit diesem Teufelszeugs TEAMS. Das gestaltete sich schwierig und ist bis heute nicht gelöst, da ich wegen der Tausend unüberbrückbaren Kilometer nur telefonisch Support geben könnte. Nun, mal sehen, ob wir das noch vor Sylvester hinbekommen, um einander videophonisch zuzuprosten nämlich.

So, das waren jetzt drei von zwei Ausreden, das muß für's Erste genügen.

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Wien, im Juli 2026

István Rudas





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