Der hagere Kapuzenmann mit der Sense erntet weiter und weiter. Vorgestern fiel die Dolly Parton, gestern der Tim Curry und heute König Harald von Norwegen. Ich bin unschlüssig, ob ich morgen früh überhaupt die Nachrichten zum Frühstück aufdrehen soll, weiß der Kuckuck, wen der 'Grim Reaper' (der grimmige Schnitter) sich wieder holt.
Wie meine Schwester in einer grimmigen Message meinte, der Kerl irre sich ständig und verwechsle Dolly mit Donald. Wie wahr, wie wahr!
Aber nicht doch! Ich will mir den Medien-Zirkus gar nicht vorstellen, landauf und landab nur der verblichene Clown, auf allen Kanälen wie in seinen besten Zeiten, wo er Grönland für sich beanspruchte. (Mir schien damals, er sollte mal klein-klein anfangen, das Fürstentum Lichtenstein etwa oder Monaco vielleicht, da genügt ein Bataillon berittene Home-Land-Agents, und der Kuchen ist gegessen. — Aber er hört ja auf niemanden, nicht einmal auf mich.)
Wie würden sich die Fernseh-Kommentatoren und die Experten in Lobhudelei überbieten und Saltos schlagen; immerhin hat er den Präsidenten von Venezuela, den Maduro einkassiert und läßt ihm den Prozeß in den USA machen, logischerweise in den USA. So ganz nebenbei steckt er das venezolanische Öl ein, natürlich. Der Durchschnittsamerikaner, der ihm keinen Pfifferling wert ist, schaut natürlich durch die Finger und staunt über die gigantischen Preise des Treibstoffs. Ich hätte ja vorgeschlagen, die Preise nicht mehr in mittelalterlichen Gallonen anzugeben, sondern ganz modern in Litern; der Preis würde dramatisch um ein Dreiviertel fallen! Aber auf mich hört ja keiner da drüben.
Und man wird sich seiner finanziellen Geschicklichkeit erinnern, der "Trump Coin" ist einer der schlauesten Ideen, das Geld armer Leute umzuwidmen. Und innerhalb von nur einem Monat (Juli 2026) hat dieser fleißige Clown über eintausend ( > 1.000) Börsengeschäfte abgewickelt, so ganz nebenbei bei der genialen Kriegsführung gegen die störrischen iranischen Mullahs, Amen. — Ja, man wird den Fleiß des Clowns in den Himmel loben, seine Kinder wälzen sich im wachsenden Geldspeicher seiner Familie wie einst Dagobert Duck in seinen lächerlichen Gold-Talern. Natürlich, er selbst kassiert nur das Jahresgehalt von etwa 400 Tausend amerikanischen Dollars, das kann ihm niemand verwehren, das bekommt ja jeder, der sich zum amerikanischen Präsidenten krönen läßt. Der Griff nach den Sternen zahlt sich wirklich aus, das muß ich unseren Berufspolitikern leider vorhalten. Deren Jahresgehalt ist auch nicht von Pappe, aber natürlich ein Nichts im Vergleich.
Wie stolz müssen die Amerikaner jetzt wohl sein, daß es nach dem Gulf of America (ehemals Golf von Mexiko) es jetzt einen riesigen See namens Lake America (ehedem Lake Ontario) gibt! Und vielleicht wird Canada als 51. Staat den USA angegliedert, das ist ja noch nicht vom Tisch! Und — bleibt die Insel Grönland nun beim Königreich Dänemark oder kommt da noch ein Überraschungs-Coup? Von Dienstag auf Mittwoch, beispielsweise?
Denken wir das doch einmal in Ruhe nach. Würde der Präsident von Irland nicht völlig zu Recht den Stephansdom (in Wien) zu "St. Patrick's Cathedral" (in Vienna) umbenennen? Oder — den Koralmtunnel in "Jörg-Haider-Loch"? Oooh, ich wage gar nicht daran denken, ich muß wohl ganz schnell eine Internetseite einrichten, wo Hinz und Kunz dies und das in jenes oder jenes-anders umbenennen dürfen? Oder wenigstens vorschlagen? Ging ja früher ganz leicht, die ehemaligen "Hermann-Göring-Stahlwerke" heißen ja heute VÖEST; schlicht, prägnant und nobel.
Und, wie würde sich die Witwe des Clowns aufführen? Würde es sich ausgezahlt haben (ich rede von Dollars), sich vom slowenischen Nacktfotomodell in Mailand bis zur First Lady in Washington hinüberzuarbeiten? Oder würde sie in panischer Angst weiterleben, weil die bärtigen Mullahs in Teheran geschworen haben, ihren einzigen Sohn, Barron, umzulegen? Würde sich der grimmige Schnitter mit den Mullahs auf ein Pack'l hauen?
Zurück zum Thema. Den Tim Curry kannte ich nur als "Dr. Frank'nfurter" in der Rocky Horror Picture Show, ein Film von 1975, den ich wohl ein Dutzendmal angeschaut habe, weil er so absurd, frech und köstlich ist. König Harald von Norwegen hingegen war mir als passioniertem Segler wohlbekannt, hatte er doch für sein Königreich dreimal an Olympischen Spielen teilgenommen. Daß sein Lebensende versalzen wurde durch die Skandale seiner Schwiegertochter und deren mißratenem Sprößling, stimmte mich ein bißchen traurig. Kein König verdient so viel schlechte Presse im In- und Ausland. Es korrigiert aber auch meine Vorstellung, wie es sein wird, wenn ich eines Tages König sein werde: ich würde mir eigens rote Lederstiefel anfertigen lassen und sowohl Schwiegertochter als auch deren mißratenen Vergewaltiger-Sohn in den Arsch zu treten. Ja, ein guter König tut das. Auf jeden Fall. Macht sich besser als schlechte Presse, fürwahr.
Jetzt höre ich aber auf. Der Grimmige Schnitter macht mich ganz mieselsüchtig, und das paßt so überhaupt nicht zu meiner Frohnatur.
Wien, im Monat August 2026
István Rudas
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