In den Fängen der Justiz

In den Fängen der Justiz

Juli und August waren brüllend heiß. Man hatte die Hochwasserschäden beseitigt und nun rangen Mensch und Tier nach Luft in der brütenden Sommerhitze. Julias Fenster gingen nach Osten, so daß sie Morgensonne hatte, tagsüber jedoch lag ihre Wohnung im Schatten, so daß sie, nur im Negligé auf dem Bürostuhl sitzend, arbeiten konnte, ohne daß sie in Schweiß ausbrach. Wenn sie zum Teich rollte, trug sie ein ärmelloses T-Shirt, dessen Stoff das Sonnenlicht durchließ und ihre Haut sanft bräunte, aber auch ihre Brüste und Nippel durchscheinen ließ, weil sie es so wollte. Sie liebte es, daß ihr Körper, daß ihre Haut sonnengebräunt waren. Manchmal machte sie einen Tag arbeitsfrei und fuhr den beschwerlichen Weg zur Neuen Donau, wo es einen FKK-Strand gab. Sie ließ sich dort von der Sonne bräunen ebenso wie Alfie, der zum ersten Mal an einem Nacktbadestrand war. Natürlich hatte er darüber gelesen, doch in Chicago gab es so etwas schon lange nicht mehr. Er mußte sich ganz dick mit Sonnencreme einschmieren, denn er fürchtete einen Sonnenbrand. Julia cremte sich niemals ein, denn ihre Haut war die Sonne gewöhnt, lief anfangs ein wenig rot an und bräunte sich rasch. Sie war die neugierigen und begehrlichen Blicke der Männer gewohnt, doch Gott sei Dank war das Anmachen am FKK-Strand verpönt.

Sie hatte ihr Tablet dabei und las ihre Dokumente, wenn sie nicht gerade mit Alfie plauderte oder wenn Alfie döste. Alfie bedeckte sein Gesicht mit seinem T-Shirt und döste in der Sonne; er arbeitete jetzt oft die Nächte durch, so daß er sich diesen Luxus, mit Julia hier am Strand oder in ihrer Wohnung zusammen zu sein, guten Gewissens leisten konnte. Julia brachte immer ihre Kühltasche mit, so daß sie ihre eigene Limonade trinken konnten und nicht auf die überteuerten Getränke der ambulanten Händler angewiesen waren. Sie liebten beide diese sonnigen Urlaubstage und gingen nicht zum Teich.

An anderen Tagen kam Alfie in ihre Wohnung, sie unterbrach die Arbeit und lag mit ihm Haut-an-Haut auf dem Bett. Im Gegensatz zu ihr stöhnte Alfie unter der Hitze und sie nahm einen feuchten Waschlappen und wusch seinen Körper von oben bis unten, so konnte die verdampfende Feuchtigkeit seine Haut kühlen. Sie kannte jeden Zentimeter seines Körpers, sie errötete schon lange nicht mehr, wenn sie ihn wusch. Er döste und sie setzte sich zum Computer um an ihrer Diplomarbeit weiter zu feilen.

Die Märchen und Legenden, die sie las, stammten vorwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aus der Hochblüte des Neoklassizismus. Wie unterschiedlich die deutschen und französischen Legenden doch waren! Die französischen Texte waren fröhlich, frech und augenzwinkernd — man nannte einen Hammer einen Hammer und einen Amboß einen Amboß ganz ohne Scheu und Getänzel. Die deutschen Texte hingegen übten bereits massiv die Selbstzensur, man konnte doch einen Hammer nicht einen Hammer nennen oder gar erwähnen! Die Dichter und Schriftsteller waren sich des suppressiven Drucks der Gesellschaft bewußt, so verbargen sie Hammer und Amboß entweder gänzlich oder schamhaft hinter einem Rosenbusch. Julia lächelte wissend und notierte fleißig die inkriminierten Stellen. Manchmal las sie Alfie die Stellen vor und sie diskutierten die Unterschiede.

Julia hätte später nicht mehr sagen können, wann sie damit angefangen hatte, ihn intim zu berühren. Es hatte sich völlig natürlich ergeben, denn wenn sie ihn mit dem kühlenden feuchten Tuch wusch, berührte sie ihn auch dort, claro. Sein Körper reagierte auf die harmlose Berührung, Bacchus steckte sein Köpfchen heraus und sah sich neugierig um. Lächelnd griff sie zu und machte, was der Opa sie gelehrt hatte. Ächzend und wohlig stöhnend entspannte sich Alfie und sie wusch ihn mit dem kühlenden Tuch weiter, zufrieden lächelnd. So wurde es zur Selbstverständlichkeit und Alfie sah sie nur mit großen Augen an. "Du machst es weitaus besser als jede kleine Maschine, Julia." Sie nickte wissend, denn er hatte kein kleines Maschinchen aus der Zukunft mitgebracht. "Der Opa hat es mir geduldig beigebracht und nun kann ich es praktisch anwenden." Viel mehr gab es dazu nicht zu sagen.

Genauso natürlich ergab es sich, daß sie ihren Kopf auf seine breite Brust legte, wenn die Libido überschäumen wollte und murmelte, sie wolle sich nun auch entspannen. Ihr Finger folgte dem altbekannten Pfad blindlings. Ein Schmetterling entfaltete seine Flügel, flatterte hin und her und ließ sich auf einer kleinen Anhöhe, auf einem Blütenkelch nieder, nur um Augenblicke später die Flügel erneut auszubreiten und weiterzuflattern, von Anhöhe zu Anhöhe, sich auf einer Blüte niederlassend und den Rüssel tief in den Stempel der Blüte eintauchend. Oh, so viele kleine Anhöhen gab es da, so viele Blüten, die ihre Pistill-Stempel dem Rüssel des Schmetterlings öffneten. Und dann verwandelte sich der Schmetterling allmählich in einen Habicht, der nun weite Kreise am Himmel zog. Immer kleiner wurden diese Kreise, bis der Habicht sein Ziel fixierte und wie eine Rakete darauf hinunterstieß, seine Klauen in das Fleisch schlagend. Julia barg ihr Gesicht zitternd in Alfies Achselhöhle, wenn ihr Leib in den Krallen des Habichts zuckte und ihre Lippen küßten die empfindliche Haut. Als sie hochsah, lächelte Alfie. "Das also ist deine Definition von 'überschäumend', Kleines." Julia nickte ermattet, "Ja, das bin ich, überschäumend glücklich und wunderbar entspannt." Sie verbarg dieses Geheimnis nicht mehr vor ihm.

Ein SMS von Alfie alarmierte Julia. "Sie verhaften mich gera.." las sie die unvollständige Nachricht. Sie unterdrückte ihre Panik und rief Yvonne an. Yvonne war sofort hellwach. "Verhaften ist hier das Schlüsselwort, Julia. Du mußt zur Polizei gehen und ihn dort suchen lassen." Julia suchte sich das Nächstgelegene, das Polizeikommissariat in der Juchgasse neben dem Bahnhof Wien Mitte. Sie nahm ihr Handtäschchen und rollte mit dem Ferrari die 15 Minuten, vorbei am Stadtpark. Das Wachzimmer war gähnend leer, sie rollte zum Schalter, doch sie konnte kaum über die Tischkante schauen. Die junge Uniformierte winkte, sie solle herumrollen, um den Schalter herum, und blickte sie neugierig an. Julia brachte vor, ihr Freund sei vor kurzem verhaftet worden.

Die Beamtin runzelte die Stirn. "Darüber darf ich keine Auskunft geben," sagte sie. "Nun, wie heißt Ihr Freund?" fragte sie und tippte "Alfred Von dem Steine, amerikanischer Staatsbürger" ein. "Ja, liebe junge Dame, er ist hier eingetragen, aber mehr darf ich Ihnen nicht sagen." Julias Schultern sackten herab. "Warten Sie," sagte die Beamtin, "ich mache gleich eine Rauchpause draußen vor der Tür." Julia verstand den Wink und rollte hinaus, auf die Straße. Augenblicke später kam die Beamtin heraus und zündete sich umständlich eine Zigarette an. "Im Grauen Haus, U-Haft" murmelte sie in die Flamme des Feuerzeugs. "Nein, leider kann ich Ihnen nichts näheres sagen, mehr steht da nicht." Julia murmelte ihren Dank und rollte davon. Sie rief Yvonne an. Yvonne dachte einen Augenblick nach. "Da kannst du nur mit einem Anwalt hinein, Liebes. Aber er ist doch Amerikaner, ruf doch in der Botschaft an, die sollen einfach jemanden schicken."

Julia telefonierte mit der amerikanischen Botschaft in gebrochenem Schul-Englisch. Sie wurde verbunden, erneut verbunden und nach 5 oder 6 Hops hatte sie einen jungen Mann am Apparat, der Gott sei Dank deutsch sprach. Er notierte sich Alfies Namen und seinen Wohnort Huntington Heights, Chicago. Mehr wußte Julia nicht. Sie hatte ihm gesagt, sie sei mobilitätsmäßig eingeschränkt und säße im Rollstuhl. Er sagte, er könne in zwei Stunden im Landl, dem Grauen Haus sein, um 13 Uhr, und ob sie es auch schaffen könne? Natürlich, sagte Julia aufatmend. Sie rief ein Taxi, das Rollstuhlfahrer beförderte und ließ sich zum Landl, dem Gefängnis in der Innenstadt fahren. Geduldig wartete sie und um Viertel nach eins kam ein junger Mann auf sie zu, streckte ihr seine Hand entgegen.

Sie berührte seine Hand mit den Fingern und sagte, "Ich habe die Glasknochenkrankheit, deswegen nur die Fingerspitzen, Herr ...?" "Andrews, Frederick Desmond Andrews" sagte er "ich arbeite in der Amerikanischen Botschaft. Ich habe gleich in unseren Verzeichnissen nachgesehen, da fand ich 7 Personen mit dem Nachnamen "Von dem Steine" in Chicago Downtown, aber keinen einzigen Alfred und auch niemanden in Huntington Heights. Nun, wir werden sehen." Himmelherrgott, ritt sie den nichtexistenten Alfie etwa tiefer in die Scheiße!?

Andrews ging voraus, legitimierte sich und sie wurden zu einem dicken Justizwachebeamten geleitet, der an seinem Zigarillo eher nuckelte als sog. "Hier ist wie überall strengstes Rauchverbot. Hier, bedienen Sie sich" und schob schief grinsend den randvollen Aschenbecher herüber. Er ließ sie Platz nehmen und nahm einen dicken Ordner zur Hand. "Ja, er ist hier, in U-Haft. Leider ist das alles, was ich Ihnen sagen kann, Mister Andrews. Und daß wir ihn gentleman-like behandeln, das versteht sich von selbst, er könnte ja auch unschuldig sein. Ich befolge nur meine Instruktionen, Mister Andrews, und über Gefangene der politischen Sektion darf ich keinerlei Auskunft geben."

Andrews nickte, "Ich verstehe. Aber könnte Sie mir sagen, an wen ich mich wenden und bei welcher Dienststelle ich Näheres erfahren kann?" Der Beamte sah in den Akt. "Ein Hauptmann F. Münzinger, Durchwahl 1423, ist der leitende Beamte. Warten Sie, ich gebe Ihnen die Telefonnummer." Andrews notierte sie und stand auf. "Vielen Dank," sagte er und ging mit Julia hinaus auf den Korridor. "Das muß ich mit meinem Vorgesetzten besprechen, ich kann nicht so ohne weiteres Yippie-Yeah in den Corral hineinreiten, das verstehen Sie doch, Frau Herrnthaler?" Julia nickte. Andrews versprach, sie spätestens in zwei Stunden anzurufen, er hatte ja ihre Handy-Nummer. Er ging rasch.

Sie hatte Yvonne alles berichtet. Die meinte, wenn sie mit der Botschaft nicht weiterkäme, könne sie einen Rechtsanwalt hinzuziehen, aber das wird teuer. Julia wartete gespannt auf den Anruf von Andrews. Er rief tatsächlich an, noch vor Ablauf der zwei Stunden. "Nun, wir haben mit dem Münzinger telefoniert. Der war ganz schön genervt, daß sich die Botschaft schon so früh einschaltete. Ja, es gab eine anonyme Anzeige und man hatte den Amerikaner verhaftet, wegen Spionageverdachts. Er räumte ein, der Mann würde selbstverständlich einen Rechtsbeistand bekommen, und morgen 14 Uhr würde er mit Andrews den Gefangenen im Grauen Haus aufsuchen, damit der sich selbst ein Bild machen könne. Man habe mit dem Einverständnis des Gefangenen eine Hausdurchsuchung der beiden Wohnungen in der Pálffygasse vereinbart, die Kollegen seien schon vor Ort. Jedenfalls, schloß Münzinger, falls es sich tatsächlich um Spionage zum Nachteil der Republik handle, würde man auf den offiziellen Wegen Kontakt mit dem Herrn Botschafter aufnehmen, wie es vorgesehen ist." Andrews wartete, ob Julia dazu etwas zu sagen habe.

"Wir kennen uns seit einigen Wochen, vielleicht zweieinhalb Monate, Herr Andrews," sagte Julia. "Ich kann natürlich meine Hand nicht für Alfred ins Feuer legen, so gut kenne ich ihn ja doch nicht. Aber ich bin baß erstaunt, daß er ein Spion sein soll. Das kommt mir sehr komisch vor; ich hätte doch etwas mitbekommen sollen. Ein Spion? Nein, Herr Andrews. Es muß sich um eine Verwechslung oder einen Irrtum handeln, der Alfie ist doch nie und nimmer ein Spion!" Andrews schien am Telefon zu nicken. "Bedenken Sie, daß eine Freundin oft das beste Feigenblatt für einen klugen Spion ist, und die wenigsten Mädchen bemerken sein Doppelleben. Aber ich will damit keinesfalls andeuten, daß Ihr Freund ein Spion sein könnte. Zumindest ist er keiner von unseren Spionen, das kann ich Ihnen versichern!" kicherte er. Wieder ernst werdend sagte er, "Ich werde morgen einen Kollegen mitnehmen, der die Unterlagen und den Paß vom Herrn von dem Steine akribisch genau prüfen wird. Dann sehen wir weiter."

Julia legte auf, nachdem Andrews versprochen hatte, sie morgen etwa um 15 Uhr wieder anzurufen. Julia sprach noch eine Weile mit Yvonne, die recht zufrieden mit der Entwicklung war. "Mach dir keinen Kopf, Julia, jetzt ist alles auf Schiene. Mehr kannst du im Augenblick nicht tun." Julia fuhr noch jetzt, am Nachmittag, zum Teich und fütterte die Vögel. Dann stürzte sie sich auf ihre Arbeit und versank in den Mythen des antiken Griechenlands.

Nachts wälzte sie sich im Bett, fand keinen Schlaf. Was, wenn sie entdeckten, daß Alfie gar nicht existierte? Seine Zeitreise würde er niemals aufdecken, sie würden ihn ja stante pede in die Klapsmühle stecken. Was, wenn sie seinen Paß für eine Fälschung hielten? Immerhin schmückte nicht das Konterfei des Präsidenten Donald J. Trump seinen Paß, aber die meisten Amerikaner hatten noch Pässe mit dem Konterfei des Amerikanischen Weißkopfseeadlers. Das konnte ihm nicht zum Verhängnis werden. Doch die Hausdurchsuchung? Würden sie seine Erklärung, verschollene Dokumente zu sammeln und einzuscannen, schlucken? Was, wenn sie nachforschten, ob und wann es einen Brand in der Nationalbibliothek gegeben hatte? Und ob ein Alfred von dem Steine überhaupt für die Nationalbibliothek arbeitete? Fragen über Fragen, auf die sie keine Antwort hatte. Lose Leitungen, die von der Decke herabbaumelten. Unruhig schlief sie ein, sie träumte Wildes, Beängstigendes und Gewalttätiges, doch als sie um sieben vom Wecker geweckt wurde, konnte sie sich nicht an diese Träume erinnern.

Sie saß am Teich und fütterte die Vögel, fuhr aber bereits um 13 Uhr wieder heim und wartete auf Andrews' Anruf. Er rief um dreiviertel drei an. "Ich war gerade mit dem Münzinger beim Herrn Von dem Steine. Ich kann Sie beruhigen, Frau Herrnthaler, er ist gut untergebracht, er trägt zivil und wird zuvorkommend behandelt. Wir haben 20 Minuten mit ihm gesprochen, der Münzinger und ich. Mein Kollege hat den Paß auf Herz und Nieren geprüft, er ist definitiv echt, Gott sei Dank. Er ist definitiv Amerikaner, und ich habe meine Krallen in diesen Fall geschlagen, das Recht dazu habe ich. Münzinger hat ihm Fragen zur Hausdurchsuchung gestellt. Die Antworten waren durchaus zufriedenstellend. Der Herr Von dem Steine arbeitet für einen Mezän, sucht und scannt Belege, Bücher und Zeitungsartikel aus dem letzten Jahrhundert. Münzinger konnte diese Angaben bestätigen, man habe nichts anderes vorgefunden. Über den Namen des Mezäns schwieg er, es gab keine Pflicht, diesen preiszugeben. Wenn ein Mezän anonym bleiben wollte, dann durfte er das."

Andrews machte eine Pause. "Es gibt nicht den geringsten Anhaltspunkt, daß er für eine fremde Macht spioniert, und für unser Land ganz sicher nicht, ich habe es doppelt und dreifach geprüft. Der Münzinger meinte, ohne konkrete Anhaltspunkte würde man den Fall nicht einmal einem Journalrichter vorlegen können und den Fall fallen lassen. Münzinger schien mir erleichtert, denn einen echten Spion zu fangen war etwas wirklich Außergewöhnliches und zöge einen ganzen Rattenschwanz an Papierkrieg hinter sich her. Nein, er würde den Fall gleich abschließen und den Herrn von dem Steine entlassen. Münzinger zuckte die Achseln, er mußte jedem Verdacht nachgehen, selbst wenn es als Sackgasse endete wie dieser Fall." Andrews legte auf.

Am nächsten Vormittag, gegen Viertel nach Neun, rief Alfie an; er war schon unten am Haustor. Julia betätigte den Türöffner und erwartete ihn. Wortlos und in Tränen aufgelöst fiel sie ihm um den Hals. "Ach, wie wundervoll, daß ich dich wiederhabe, mein kleiner Spion!" schluchzte sie überglücklich. Sie hieß ihn niedersitzen und machte einen Tee. Sie kredenzte Croissants und eine kalte Platte zum Frühstück. Schweigend sah sie ihm zu, während er sich herzhaft über das Frühstück hermachte. "In dem Gefängnis bekam ich um 5 Uhr früh eine Tasse braunen Saft, der nichtmal zu Kriegszeiten als Kaffee durchginge" grinste er. "War eine interessante Erfahrung, 48 Stunden in Untersuchungshaft. Ist damit abgehakt auf meiner Touristen-to-do-Liste, ein nächster Besuch ist nicht geplant." Er zündete sich eine Zigarette an. "War ganz lieb von dir, die Botschaft einzuschalten, das hat das Prozedere erheblich beschleunigt." Julia sagte, es wäre Yvonnes Ratschlag gewesen, und sie lag damit völlig recht.

Julia sagte, daß es mit seinem Paß ein Problem geben könnte. Andrews hatte sich die Paßnummer notiert und würde sicher feststellen, daß er ein U-Boot war. Alfie war unbeeindruckt. "Ich bin guten Mutes, Julia, mach dir keine Sorgen. Ich werde es natürlich auf die Schlamperei der Paßbehörde schieben, daraus wird kein Problem entstehen." (So war es dann auch, sie hörten nie wieder von Andrews). Alfie brach rasch auf, seine Scanner würden sicher seit 24 Stunden oder noch länger auf neuen Input warten.

Julia hatte sich die Pille besorgt. Sie war felsenfest entschlossen, mit Alfie Sex zu haben, aber sie wollte dabei kein Risiko eingehen. Sie wartete nur auf den richtigen Moment, denn jetzt, nach der Spionage-Affäre mußte Alfie sich um seine Hauptaufgabe kümmern. Nein, sie würde warten, bis alles wieder gemächlich lief, so wie vor der Spionage-Affäre. Sie rollte Mittags zum Teich und fütterte ihre Vögel. Sie hatte zusätzlich Vogelfutter, Körner und getrocknete Beeren in einer Zoohandlung gekauft, damit die Vögel etwas Alternatives zum Altbrot bekamen. Der Mann in der Zoohandlung hatte ihr zugestimmt, die Vögel brauchten Zusatzstoffe wie Mineralien, Salze, Leinsaat und Hanfsaat für natürliche Fette. Wieder etwas Wichtiges gelernt, dachte sie sich. Sie würde in Zukunft Vogelfutter besorgen, damit die Vögel nicht nur Altbrot bekamen.

Tage später lag sie wieder auf Alfies nackter Brust. Sie fragte ihn zum hundertsten Mal, wie diese Intimzeit mit seiner Mama war.

Alfie schilderte es geduldig, zum hundertsten Mal. "Wir lagen still und stumm nebeneinander und berührten uns nicht, jeder war auf sich fokussiert. Wir hatten unsere kleinen Maschinen leise summend in Betrieb. Mein Maschinchen ist leicht zu beschreiben, eigentlich war es nur ein primitiver Apparat und er war schon nach wenigen Minuten fertig, Mamas brauchte immer sehr lange. Doch wie Mama ihre Maschine nutzte, das habe ich in meiner frühesten Jugend nie mit Gewißheit herausgefunden, ich habe sie nie gefragt und nur selten spioniert. Das war die Grenze zur Privatheit. Vermutlich gab es eine Art Zunge, die Mama benutzte, aber das wußte ich damals noch nicht genau. Es gab einen vibrierenden Stößel, das wußte ich mit Sicherheit, denn diesen konnte ich meist in Aktion sehen. Ich habe immer angenommen, daß Mama zuerst diese versteckte Zunge arbeiten ließ und wenn sie schon laut keuchte, dann den Stößel zuschaltete und aktivierte. Aber vielleicht irrte ich mich auch und meine Phantasie galoppierte mir davon wie ein närrischer Bronco." Julia nickte nachdenklich. "Mir erscheint es plausibel, zuerst die feuchte Zunge und erst zum Abschluß der Dildo. So herum ergibt es Sinn. So machen es zumindest wir Menschen."

"Wenn mein Maschinchen mich entspannt hatte, legte ich mein Gesicht auf Mamas schöne Brust und horchte, wie ihr Herz pochte und raste. Mama, eine geborene Isolde von Hohenheim, war in ihrer Jugend die feurigste Stute im Gestüt der Hohenheims. Ich beobachtete hauptsächlich Mamas Gesichtszüge, wie die sich vom leisen Lächeln zur konzentrierten introspektiven Aufmerksamkeit und zum Schluß in entspanntes, seliges Lächeln verwandelten. Wenn ich den Kopf hob, konnte ich den vibrierenden Stößel unermüdlich in ihren Busch hineinstoßen sehen. Ihre Finger waren immer in ihrem Busch, sie korrigierte die Bewegungen des Stößels und ihr Finger kreiste ein bißchen. Wie Mädchen es machen, haben mir ja meine Schwestern schon lange vorher gezeigt. Mama verkrampfte sich zum Schluß und stellte den Stößel auf Höchstgeschwindigkeit, das faszinierte mich damals sehr. Wenn sie mit dem Stößel zum Ende kam, schubste sie ihn heraus, sah mich glücklich und entspannt an und in ihren Augen funkelten kleine Sternchen. Mama wußte ganz bestimmt, daß ich den Stößel beobachtete, aber sie sagte kein Wort; ich sollte es wohl sehen. Wir sprachen nie konkret darüber, wie ich oder sie das Maschinchen benutzte. Sie dachte sicher, ich hätte alles sehen können."

Er dachte einen Moment nach. "Nur einmal, da war ich noch ein Knirps, da hat sie es mir genau gezeigt, wo die feuchte Zunge leckte und wie sie den Stößel tief in ihren Busch hineinschob, damit der Kerl sie richtig stoßen konnte. Aber ich habe es gleich wieder vergessen, es war wirklich langweilig und ich war ja nur ein Dreikäsehoch, damals. Sex war langweilig, ich lehnte das doofe Maschinchen kategorisch ab, und die Mama sollte es mir weiterhin selbst machen." Wie alt er damals wohl gewesen sei, fragte Julia. "Ich denke, 7 oder 8, da wurde ich geschlechtsreif und mein Kerlchen voll funktionsfähig."

Julia schloß immer die Augen, wenn er ihr davon erzählte. Ja, sie konnte dieses Bild sehen, das Gesicht des Jungen auf Mamas Brüsten und sein Blick, der auf das Stoßen des Stößels fixiert war. Ja, das konnte sie sich gut vorstellen. "Ich denke, deine Mama war klug und weise. Dir die Sexualität, deine wie ihre, auf diese Art nahezubringen war unter den gegebenen Umständen genau das Richtige." Alfie nickte versonnen. "Ja, das war sie, eine sehr gute und gewissenhafte Mutter, die mich in der Pubertät und der Teenagerzeit nicht ins Verderben laufen ließ."

Julia fragte, ob er jemals den Stößel direkt sehen konnte, wie er .... also, drinnen? Alfie dachte einen Augenblick nach, formulierte in seinem Kopf, bevor er sprach. "Ich war in der Mittelschule, vermutlich 15 oder schon 16, da ließ Mama es mich sehen, alles. Von vorne, nicht nur von oben, von ihrer Brust herab. Nein, ich durfte mich zwischen ihre Schenkel knien und staunend schauen. Erfüllt von Ergriffenheit und Heiligem Schauer, nicht gierig-geil wie ich es jetzt tun würde. Wie sie ihr Buckelchen dem Zünglein zum Lecken entgegenstreckte und ihr Finger dabei leicht und unermüdlich kreiste. Wie das ihr Feuer entfachte und sie schließlich den Knopf drückte. Nun begann der Stößel zu fuhrwerken und ich durfte es ganz genau sehen, wie er in ihren Busch und dann in ihren Leib hineinfuhr. Ich zitterte am ganzen Leibe, meine Mutter hatte nie ein Kind geboren und alles sah so zierlich aus wie bei meinen Schwestern.

Der Stößel bohrte sich ein Loch frei und stampfte brav hinein und drinnen. Natürlich wußte ich in der Theorie, wie es die Mädchen mit dem Finger machen, doch nun sah ich es aus der Nähe, denn Mama korrigierte nicht nur den Stößel mit ihrem Finger, sie ließ ihren Finger fleißig tanzen und springen. Und ich verstand, daß sie den Stößel nur auf Vollgas schaltete, um ihre Explosion zu verstärken. Seitdem ließ sie mich zuschauen, wann immer ich wollte. Mamas Blicke waren immer scheu und voller Scham, denn sie ließ mich ihre sündigen Gedanken und ihre bestgehüteten Geheimnisse sehen. Und sie hatte es sich angewöhnt, vor ihrer endgültigen Ekstase nach mir zu greifen und Dschingis Khans Segen über den Stößel und ihr Heiligstes regnen zu lassen. Ich glaube, sie sehnte sich nach Nähe, nach einer Vereinigung. Als feuriger Stute in Hohenheims Gestüt hat es ihr nie daran gemangelt." Alfie schloß die Augen. So nah war er der Wahrheit gekommen, daß es ihn schwindelte. Den letzten Schritt, den peinlichsten, wagte er nicht, noch nicht.

Julia verschob den Regen des Dschingis Khan auf später und hakte ein, "Deine Schwestern!?" Alfie wollte ihr die Antwort nicht schuldig bleiben und fand einen Weg, um die Wahrheit herum. "Mama fragte mich einmal, was sie den Mädchen zum — ich glaube, fünfzehnten — Geburtstag schenken könne? Ich riet ihr, kleine Maschinchen, die gab es ja für junge Mädchen auch. Gleiche Funktionen, aber alles einen Tick kleiner. So bekamen meine Schwestern, die Zwillinge, ihre ersten kleinen Maschinchen. Und ich glaube, das war ganz richtig und kam zum richtigen Zeitpunkt." Julia merkte, daß hier eine fette Fliege und eine fette Lüge im Unterholz lauerten, aber sie schob den Gedanken beiseite. Sie hatte kein Recht, nachzubohren. Sie konnte es sich ja denken.

Sie erzählte Alfie ihren Traum von dieser Nacht, wieder war sie in das Schlafzimmer seiner Mama geschwebt und sah sie und Alfie liegen, die kleinen Maschinchen auf ihrem Unterleib. Sie hielten Händchen, blickten sich in die Augen und lächelten. Sie schwebte um die beiden herum und erblickte den Dildo, der in den Busch hineinstieß und sie hörte Mamas hechelnde Seufzer. Es war aber kein Albtraum, sondern sie erhob sich hoch in die Lüfte und landete auf einer Wiese mit Blumen, deren Blüten sich der Sonne hungrig zuwandten. Alfie lächelte, denn er fand es gut, wenn jemand im Traum etwas Schönes erlebte.

Julia fragte, wo sein Vater abgeblieben war. Alfies Gesichtszüge verfinsterten sich. "Papa hat sich unsterblich in Almut, der jüngsten Schwester Mamas verliebt, sie war damals 15 oder 16. Sie sündigten monatelang körperlich vor Mamas Augen und Papa ist elendiglich am Virus gestorben." Julia hielt in der Bewegung inne. "Oh, das tut mir leid, wie schrecklich!" Doch Alfie winkte ab. "Die Almut nahm es mit dem Testen nicht so ernst und das eiskalte Luder ließ Papa mit offenen Augen ins Verderben laufen, es war schließlich seine Entscheidung."

Julia spürte, wie dies an ihm nagte. Also weg von dem Thema. Sie wollte wissen, wie der Virus gesamtgesellschaftlich aufgenommen wurde. "Es ist ein Kahlschlag," sagte Alfie, "es gibt viel zu wenig Männer für viel zu viele Frauen. "Manche der Schlaueren leben ohne Sex, so wie ich. Andere verlassen sich auf Kondome und reißen wie Wölfe die Lämmer und Schafe, gewissenslos machen sie weder vor Jungfrauen noch vor scheuen Ehefrauen halt. — Ich wage die Behauptung, daß meine Urenkel, vom Joch des Virus befreit, aus der Not heraus die Vielweiberei wieder einführen werden, um wie die Beduinen vormals als Volk nicht auszusterben." Julia nickte bedächtig, da könnte er recht haben.

Alfie hatte ebenso wie Julia seinen Rhythmus zwischen Arbeit, Vögel füttern und auf ihrem Bett zu liegen gefunden. Er arbeitete bis spät in die Nacht und sorgte dafür, daß seine Scanner Tag und Nacht unermüdlich arbeiteten. Er war froh, daß er sich die teuersten Modelle besorgt hatte, die Geräte unterschieden sehr wohl, ob es sich um Bücher oder Zeitschriften und Magazine handelte. Sie holten das nächste Werkstück von ihrem Stapel und blätterten selbständig Seite für Seite um. Wo es opportun erschien, scannten sie zwei Seiten auf einmal. Das fertige Stück schubsten sie in die Ablage und nahmen das Nächste vom Input-Fließband. Jedes gescannte Werkstück bekam einen sprechenden Ordnernamen, wo zumindest Titel, Art des Werkstücks und das Ausgabedatum zu sehen waren. So konnte er später, 900 Jahre später, sie ordentlich katalogisieren lassen.

Verdammt, es war Dienstag und Yvonnes Nachmittag! Und Alfie lag nackt auf ihrem Bett und schlief selig. "Kann ich...?" fragte Yvonne Julia und zog ihre Klamotten wie sonst auch aus, so waren sie alle drei nackt an diesem brütend heißen Nachmittag. Yvonne legte sich neben den schlafenden Alfie und besah ihn von unten bis oben, besah sich den nackten Kerl und den schlafenden Dionysos ganz genau. Julia war sich nicht sicher, ob es richtig war, sich zu Yvonne zu legen, doch dann entschied sie sich dafür — Dienstag gab es immer Mädchensex, jeden verdammten Dienstag Nachmittag. Und Yvonne sollte aufhören, das Ding von Alfie anzustarren, die sexgeile Schlampe!

Alfie erwachte später, gab Yvonne die Hand und nannte seinen Namen. "Yvonne Pospischil", sagte sie und sie schüttelten sich die Hand. Das "Von dem Steine" faszinierte Yvonne, aber Alfie sagte lächelnd, in den USA gäbe es keinen Adel und auch keinen "Von" wie in Deutschland. Julia rettete sich zu einer Zigarette, bot Alfie und Yvonne auch eine an. Sie empfand die Situation als sehr peinlich — erst Mädchensex neben dem schlafenden Alfie und nun mußten sie so tun, als sei nichts geschehen. Yvonnes Finger strichen über Alfies Innenschenkel und sie starrte auf das Köpfchen des Bacchus, das sich erhoben hatte und sich neugierig umsah. "Darf ich...?" fragte Yvonne Julia, doch die schüttelte nur den Kopf, entschieden verneinend. "Nein, nicht — Yvonne, benimm dich!" Hätte sie ja sagen können? Nein, natürlich nicht; Freundinnen teilten sich alles, wirklich alles, doch es gab auch Grenzen. "Alfie ist meiner, bitte respektiere das!" sagte Julia und gab Yvonne einen Klaps auf ihre Hinterbacken. "Du hast fünf an jedem Finger, also laß ihn mir bitte, er ist mein Einziger!" Yvonne löste widerwillig ihre Finger vom Schaft und Köpfchen des Bacchus und drehte sich zu Julia: "Das also ist dein Spion?" Sie lachten alle drei befreit auf.

Natürlich drehte sich alles um Alfies Verhaftung. Er dankte Yvonne nochmals, daß sie Julia geraten habe, die Botschaft einzuspannen. Das führte direkt und unspektakulär zu seiner raschen Enthaftung. Julia und er bewegten sich sehr vorsichtig. Nicht die kleinste Andeutung durfte auf die Zeitreise hinweisen. Alfie schob den Schwarzen Peter betreffend seinen Paß auf die schludrige Schlamperei des Paßamtes, und Yvonne nickte beipflichtend. "Auch hier bei uns gibt es viel zu viel Schlamperei bei den Behörden, ich mit meinem französischen Vornamen kann ein Lied davon singen." Julia und Alfie erzählten abwechselnd alles Wissenswerte über Alfie, denn Yvonne wollte alles über Julias neuen Freund erfahren. Ohne sich abgesprochen zu haben blieben sie so nahe wie nur möglich bei den Tatsachen und der Wahrheit, das verursachte die wenigsten Verwicklungen. Der Nachmittag verflog im Nu. Alfie konnte seine Augen nicht von Yvonnes Brüsten lösen; sie waren das, was man als 'gewaltig' bezeichnen würde. Kein Gramm Silikon, alles rohe, kampflustige Natur. Sie behandelten danach Julias Diplomarbeit und Yvonnes aktuellen Liebhaber. Er sei untauglich und wahrlich kein Karnickel, seufzte Yvonne. Sie blickte auf ihre Armbanduhr und zog sich langsam, lasziv und frivol an. Sollte doch der Alfie gucken, so viel er wollte — sie wußte selbst, wie schön sie war. Sie gab den beiden ein Wangenküßchen und ging.

Julia preßte ihren Körper an Alfies Seite. "Während du schliefst, haben wir Mädchensex gemacht. Es wäre mir sehr peinlich gewesen, wenn du mittendrin erwacht wärst, Alfie." Er strich mit der flachen Hand über ihren Rücken, sie war so schlank, daß er so ihre Rippen hätte zählen können. "Es geht mich wirklich nichts an, sie ist deine Partnerin, Julia, nicht meine." Julia neckte ihn: "Aber du hättest sie wohl gerne?" Alfie bekam ihren scherzenden Ton nicht mit und antwortete im vollen Ernst: "Vermutlich ist sie eine schöne und begehrenswerte junge Frau in deiner Welt. Sie ist wirklich von sehr schöner Gestalt, aber neben dir verblaßt sie. Für mich schien es, daß sie dominant, ja beinahe herrschsüchtig sei, und das kann ich nicht haben. Außerdem möchte ich erstens nicht ihre zweihundertneunundsiebzigste Eroberung nach dem zweihundertachtundsiebzigsten sein und zu wissen, daß morgen schon der zweihundertachtzigste bei ihr liegen wird. Außerdem und zweitens — meine erste körperliche Annäherung an das weibliche Geschlecht müßte mit einer ganz Besonderen sein, nicht mit einem Flittchen, wenn du mir diesen pöbelhaften Ausdruck verzeihst." Julia boxte ihn in die Rippen. "Die Yvonne ist kein Flittchen, — sie ist promiskuitiv, ja. Aber kein Flittchen!"

Sie nahm den Brotkrumen wieder auf. "Dein Erstes Mal soll also mit einer ganz Besonderen sein?" Er schwieg und nahm den Faden nicht auf. Julia wartete vergebens.

"Heute morgen war ich bei meiner Ärztin. Sie hat eine Knochendichtemessung gemacht: 17% Zunahme! Alfie, dein Heilpulver wirkt, die Verbesserung ist phänomenal! Ich bin den ganzen Tag schon aufgekratzt und will es dir schon die ganze Zeit sagen, wie mir das Herz überläuft! 17%, und das nach rund 50 Tagen!" Alfie schnurrte zufrieden. "Das sind gute Nachrichten, verdammt gute Nachrichten!" Julia drückte ihn von der Seite. "Und, was meinst du, bin ich nun eine Besondere, wert für dein Erstes Mal!?" Alfie hielt den Atem an. "Genau das habe ich vorhin ausdrücken wollen: Du und keine andere!"

Die überschäumende Libido wie ein Kloß im Hals. Sie wollte, sie mußte ihn spüren, den sanften Wellenschlag ebenso wie die Brandung, die mächtig gegen die Felsen donnerte. Julia murmelte mit rauchiger Stimme, "Du kannst mich vorsichtig an den Hüften halten, wenn wir jetzt Sex machen." Und sie drehte sich zur Seite, drehte ihm ihren Hintern zu. Alfie legte eine Hand vorsichtig auf ihre Hüfte und sie hatten zum ersten Mal Sex. Julia jubilierte beinahe lautlos, sie ließ den Schmetterling fleißig von Blüte zu Blüte flattern und zum Schluß den Habicht jauchzend herabstoßen.

Sie lagen eng umschlungen und ließen ihr Herzklopfen verklingen. Julia küßte ihn zum ersten Mal mit einem tiefen, ehrlichen und von Herzen kommenden Zungenkuß. "Alfred von dem Steine, ich will deine Freundin, deine Sexpartnerin, deine Frau sein, so lange du hier in meiner Zeit bist!" Alfie drückte sie vorsichtig an sich. "Julia Herrnthaler, ich nehme dich zu meiner Freundin, meiner einzigen Sexpartnerin und zu meiner Frau, so lange ich in deiner Zeit bleiben darf!"

Ja, das war schon eine verdammt tiefgreifende Veränderung.

Alfie murmelte, wie befreiend es sei, nicht an den tödlichen Virus denken zu müssen. Julia lächelte, "Natürlich testet mich meine Ärztin regelmäßig, ich könnte ja etwas bei Yvonne aufgeschnappt haben, aber alle Tests waren bisher negativ. Also ja: du brauchst keine Angst zu haben, wenn du Sex mit mir hast, Alfie, mein Mann!" Julia ließ es auf ihrer Zunge zergehen: mein Mann!

Julia dachte nicht mehr an die Sterilisation, denn sie nahm die Pille, und es war gut so. Ihr Alltag änderte sich kaum, bis auf den Sex natürlich. Julia bewunderte seine sexuelle Standfestigkeit. "Dein Maschinchen hat gute Vorarbeit geleistet, Alfie. Du bist wesentlich potenter als jeder meiner bisherigen Liebhaber und auch die meisten Liebhaber Yvonnes. Und das macht mich verdammt glücklich, endlich Sex zu haben, ein Stück weit gibst du mir einen Teil der Normalität zurück, Alfie, mein lieber Mann!"

Ach, sie könnte es immer wieder laut sagen, in die Welt hinausschreien: Alfie, mein Mann!